Das Wappen von Bakonynána cimer

Exkurs zum Wappen von Bakonynana (zu deutsch = Nannau im Buchenwaldgebirge)
Die Lilie = Symbol für Anna, die Mutter der Jesus-Mutter Maria.
Zweige / Ähren = Symbol für Natur, Wald und Feld.
Wasser = Symbol für das Naturschauspiel des Wasserfalles im Wald bei Bakonynana.

 

Bakonynána (Ungarn)

 

Jade und Bakonynána (Ungarn) pflegen seit 2001 eine EU-angeregte Bürger- und Bildungspartnerschaft. Schwerpunkt der inhaltlichen Ausgestaltung der Partnerschaft liegt bei Vereinen, Verbänden, Institutionen, Schulen, Kirchen, einzelnen engagierten Bürgern und Firmen. Die Gemeindeverwaltung Jade unterstützt diese Partnerschaft maßgeblich, regelt u. a. die behördliche Dinge.

 

Die laufenden Kontakte per Telefon, e-mail und Brief, sowie die gegenseitigen persönlichen Besuche sind für die Partnerschaft sehr wichtig. Reiseerlebnisse und der unmittelbare persönliche Kontakt zu den Menschen ermöglichen einen Gedankenaustausch über die Zukunft in der EU und insbesondere Gemeinsamkeiten, sowie deren konkrete Ausgestaltung in einzelnen Schritten und Aktionen in beiden Gemeinden.

 

Durch Offenheit, Herzlichkeit und Gastfreundschaft, durch bestehende und sich bildende persönliche Freundschaften lebt die Partnerschaft. Anregungen und Aktivitäten aller Art sind erwünscht.

 

Bakonynána ist ein Dorf mit etwa 1.100 Einwohnern, im Komitat Veszprém, ca. 40 km nordöstlich vom Plattensee gelegen, nur zwei Autostunden von der Hauptstadt Budapest entfernt. Die Landschaft des Bakony-Gebirges ist urlaubsträchtig , sanfthügelig, laubholzbewaldet. Der Name Bakonynána leitet sich ab von Nannau im Buchenwaldgebirge .

 

Die Gemeinde erlebt mit ihrem jungen, engagierten Bürgermeister Kropf Miklós einen sichtbaren Aufschwung. Die deutsche Minderheiten-Selbstverwaltung prägt das kulturelle Leben im Ort entscheidend mit. Ihre Leiterin ist Frau Simonné Rummel Erzsébet, zugleich Ansprechpartnerin für alle Belange der Partnerschaft. Sie sind hier stellvertretend für all die ungarischen Freunde genannt, die sich für die Entwicklung der Partnerschaft zwischen Bakonynána und Jade einsetzen.

 

In der 8-klassigen Grundschule, wird ab dem 1. Schuljahr Deutsch als erste Fremdsprache unterrichtet. Die mit EU-Mitteln 2003 eingerichtete Bürgerschule bietet Kurse in Sprachen, Handarbeiten, Gesundheit usw. an. Ein großer Sportplatz steht zur Verfügung.

 

Das Heimatmuseum, die Kirche, der Wasserfall am Gaja-Bach ( Römerbad ), ja der Ort und die ganze Landschaft sind sehens- und verweilenswert. Privatpensionen nehmen gerne Gäste auf.

 

Angestrebt werden Austausch von Schülern und Praktikanten, gegenseitige Besuche privater Gruppen und Vereine, Brief-, e-mail und Telefonkontakte, gemeinsame Aktivitäten aller Art zur Verbesserung der Lebensqualität. Dabei ist auch wirtschaftliche Zusammenarbeit auf allen Ebenen wünschenswert.

 

Grundkenntnisse in ungarischer Sprache und Auskunft über die von ihm dokumentierten allgemeinen Partnerschaftsaktivitäten können Sie von Ferdinand Emmrich, Telefon 04454 918 318 erhalten. Behördliche Auskünfte erhalten Sie über die Gemeinde Jade, Herrn Andreas Pöpken, Telefon 04454 9827. Die Internet-Homepage von Bakonynána finden Sie unter der Adresse www.bakonynana.hu 

 

 

Geschichte / Wirtschaft

 

Süddeutsche Bürger (zumeist aus dem Schwabenland) wurden vor gut 250 Jahren (nach dem Rückzug der Türken aus Ungarn) unter anderem nördlich des Plattensees ausgesiedelt, machten das Land urbar. Ihre heutigen Nachfahren haben ungarisches Blut in den Adern. Die deutsche Herkunft haben sich die Menschen auch über die kommunistische Zeit bewahrt. So wurde - unter erschwerten Bedingungen, verbunden mit möglichen Nachteilen - die deutsche Sprache gepflegt, wurden deutsche Volkslieder gesungen und deutsches Brauchtum bewahrt.

 

Unser zwischenzeitlich leider verstorbener ungarischer Freund Tavás Josef erzählte:

Die Braunkohle aus der Region Dudar / Bakonynána war weltberühmt. Sie wurde hier als Grundstoff für Kosmetik geflößt und enthielt konstant 3200 - 4500 cal. Es gibt nur noch einen Ort auf der Welt, in Dakota, USA, der ähnlich gute Braunkohle fördert. Tavás Josef hat hier von 1946 bis 1994 gearbeitet, in 232 bis 350 m Tiefe, mit bis zu 6 Umsteigestationen, bis man unten am Arbeitsplatz war. 500 km Gänge sind hier unter Tage. Es hat Einstürze und teilweise Dorfabsenkungen gegeben. Er erzählte Dramatisches und Schönes.

 

1961 gab es hier einen Wassereinbruch von unterirdischen Bächen. Man konnte die Region nur durch Überfluten anderer Stellen retten. Er und ca 2.000 weitere Menschen, aus bis zu 50 km Umkreis per Bus kommend, hatten hier ihre Arbeitsstelle. In früherer Zeit blühte auch Bakonynana mit seinen zahlreichen Geschäften ... Nach der Wendung (gemeint ist die politische Wende 1989) war aus wirtschaftlichen Gründen alles vorbei. Heute kommt das Trinkwasser von hier aus bis zu 300 m Tiefe ... Viele Bewohner Bakonynána s arbeiten heute, meist in Schichtarbeitszeiten, in den umliegenden Kleinstädten; zu nennen ist hier besonders Mór (Autozulieferindustrie, Weinbau und das nahe gelegene große Bauxit-Werk. Bauxit ist Grundstoff für die Aluminium-Produktion und auf dem Weltmarkt begehrt. Bakonynána schafft den Strukturwandel, die Arbeitslosigkeitsrate ist in den Jahren ab 2009 leider gestiegen.

 

Das Bus-Nahverkehrsnetz ist sehr ausgeprägt. Nach Feierabend und im Urlaub werden Haus, Garten, Vieh versorgt. Da bleibt wenig Freizeit oder Zeit für Vereinsleben. Dennoch wird auch hier in den nächsten Jahren der West-Einfluß einen Werte- und Lebensstandardwandel mit sich bringen. 

 

Man trifft heute auf  Dörfer, die deutsch sind, während im Nachbardorf neben den Ungarn auch andere Nationalitäten den Ort mit prägen können. Orts- und Straßenbezeichnungen, Wegweiser, touristische Schriften und vieles mehr sind neben  Ungarisch sehr oft in Deutsch gehalten,  als Ausdruck enger Verbundenheit zu Deutschland, zur deutschen Sprache. Seit der politischen Wende 1989 hat sich diese Einstellung wesentlich verstärkt. Deutsch ist heute in vielen Orten die erste Fremdsprache und wird bereits in der Grundschule ab 1. Klasse unterrichtet.

 

Partnerschaft

Die EU fördert mit speziellen Programmen die Anbindung der neuen EG-Länder, so auch Ungarn, an die Europäische Gemeinschaft. Ungarn ist seit dem 01. Mai 2004 EU-Mitgliedsstaat. In den vergangenen Jahren hat das Magyarenland allgemein einen lebhaften Aufschwung erzielt. Seit etwa ab 2009 sind jedoch große wirtschaftliche Probleme zu meistern. Zahlungsmittel bleibt auf absehbare Zeit  die Währung Forint (1 EUR = ca. 220 Forint), bis die wirtschaftlichen Verhältnisse auch die Euro-Währungspartnerschaft ermöglichen. Die bestehenden Kontakte helfen den Ungarn, optimistisch in die Zukunft zu schauen. Nächstes Jahr wird alles besser! ist ein aktuelles aufmunterndes Sprichwort dort.

 

Die Ländliche Erwachsenenbildung Niedersachsen, vertreten durch Heinz-Jürgen Ahlers, und Beratungsunternehmer Bert Diekmann aus Jaderberg, trugen die Teilnahme-Möglichkeit an dem Programm Europäische Ortspartnerschaften / Bildungspartnerschaften seinerzeit im Jahr 2000 Rat und Verwaltung der Gemeinde Jade und Vertretern der örtlichen Vereine vor. Hieraus hat sich dann über einen Arbeitskreis mit wechselnder personeller Zusammensetzung die Partnerschaft entwickelt.

Ansprechpartner sind heute Edwin Witt, Andreas Pöpken, Werner Peters und Ferdinand Emmrich. Sie werden von Fall zu Fall von einem für jedermann offenen Helferkreis unterstützt.

 

Eine erfreuliche Anzahl Jader Bürger hat sich als Gastgeber zur Verfügung gestellt. Erfahrungsgemäß ist es interessanter, zwei Personen aufzunehmen. Auch die Gäste fühlen sich wohler, wenn sie nicht alleine untergebracht sind. Gleiches gilt, wenn Jader Gruppen in Bakonynána weilen.

 

Um das Tagesprogramm brauchen die Gastgeber sich nicht zu kümmern. Dafür sorgt die bewährte Vorbereitungsgruppe mit weiteren Helferinnen und Helfern in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Jade und den zu besuchenden Einrichtungen. Es wird viel Freizeit für die Besucher berücksichtigt, damit mehr Meer-Strand-Erholung möglich wird und Zeit für Gespräche in den Familien gegeben ist. Menschliche Begegnungen dieser Art schaffen Freundschaften und sind reale Möglichkeiten, die Partnerschaft harmonisch zu leben und letztlich zum friedlichen Miteinander der Völker in Europa beizutragen. Die Freundschaft der Menschen und ihre Herzlichkeit sind für alle Beteiligten das Schönste.

 
Wichtige Änderungen
 

Mit der Gebietsreform in Ungarn wurde der bisherige Bürgermeister Kropf Miklós im Frühjahr 2013 Landrat mit Sitz in Zirc. Neue Bürgermeisterin in Bakonynána wurde die Leiterin der deutschen Minderheit und seit Anbeginn der Partnerschaft unsere Hauptansprechpartnerin Elisabeth Simonné Rummel Erzsébet. Herzliche Glückwünsche und alles Gute für die Zukunft!

 

Auch in der Schule in Bakonynana haben sich 2013 Änderungen ergeben. Die mit unserer Partnerschaft von Anfang an aufs engste verbundene Nagy Kati lebt heute in Deutschland. Schulleiterin wurde Szöllösi Klara.