2002 Zeitungen Újságcikk


Fotos - Fotók:

Foto Urkunde / fotó kösokirat
ungarisch magyar nyelv
Kindergarten - óvoda
Kirche Templum
Museum Múzeum
Rathaus Városháza
Schule Iskola
Im Wald Erdöben

2002 Okt. Weinfest

Balaton + Tihany
Budapest
Burg Csesznek vár
Dudar
Veszprém
Zirc

Einige Fotos dieser Reise verdanken wir Manfred Scholz.

 

02.11.2002 Nordwest-Zeitung

 

Im Kulturhaus

 
  2002 Kulturhaus Kultúrház

2002 Chor Bakonynána

 
  2002 Kulturhaus Kultúrház

Deutsche Fahne vor Gaststätte

 

Fußballmannschaft Labdarúgó Bakonynána

 
 

Typisch Ferdinand tipikus.

 
  Ferdinand és Janós

2002 Oktober Budapest: Budapest

 

29.09. 07.10.2002

 

Jade besiegelt Partnerschaft mit Bakonynána (Ungarn)

 

Gemischter Chor Jaderberg und weitere Jader Bürger

 

zu Gast in der Partnergemeinde

 

 

Wenige Tage nach Rückkehr aus Bakonynana brachte die Tagespresse einen Auszug:

Durch die Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages zwischen Jade und Bakonynána auf Ungarisch und der Pflanzung eines symbolischen Birnbaumes im Schulgarten in Bakonynána kommt diesem Besuch eine besondere historische Bedeutung zu. Für die Zukunft sind weitere Begegnungen und eine Bürgerschule geplant.

 

Gemeinsame kulturelle Veranstaltungen in der Schule, im Kulturhaus, Chorauftritte in Bakonynána, Zirc, Tihany (Plattensee) und Budapest, Betriebsbesichtigungen und das Winzerfest, waren weitere Höhepunkte  dieses an vielfältigen netten Begegnungen mit den Bürgern von Bakonynána und erlebnisvollen Veranstaltungen - wie z. B. der Informationsveranstaltung über das Jagd und Forstrevier der Region - reichen Besuchsprogrammes.

 

Die Freundschaft der Menschen und ihre Herzlichkeit sind für mich das Schönste, ihre offene Gastlichkeit ist beeindruckend, so Ferdinand Emmrich, Organisator der Reise. Die Unterbringung der 35 Gäste (Gemischter Chor Jaderberg und Abordnungen des Landvolks und des Deutschen Roten Kreuzes) erfolgte in guten Privatquartieren mit Familienanschluss.

 

 

 

Das Programm:

 

Sonntag, 29.09.2002

 

06.00 Uhr Beginn der insgesamt 1.350 km Busfahrt Richtung Bakonynána (Ungarn). Nach etwa 800 km Zwischenübernachtung nahe Passau in Iggensbach (Hotel Linsmeier). Gemeinsames Abendessen. Zum Tagesabschluß: Generalprobe des Gemischten Chores Jaderberg.

 

 

 

 

Montag, 30.09.2002

 

Weiterfahrt durch Österreich (Linz-St.Pölten-Wienerwald-Eisenstadt) ans Ende von Euroland. Geldwechsel nach problemfreiem Grenzübergang auf ungarischer Seite.

 

Auf landschaftlich schöner Strecke ging es über ausgesuchte Landstraßen durch die herbstliche, schönwettrige Kleine ungarische  Tiefebene über Sopron, Kapuvár, Csorna, Pápa, dann quer durch das Bakonygebirge über Zirc und Dudar,  (wo der deutsche Reisebus schon fahnenschwengend von Nagy Kati und Kerner Péter empfangen wurde, nach Bakonynána. Herzliche Begrüßung im Kulturhaus. Familiärer Abend bei den Gastgebern.

 

 

 

 

 

Dienstag, 01.10.2002

 

Empfang im Rathaus von Bakonynana. Ansprache von Bürgermeister Kropf Miklós und Simon Elisabeth, der Leiterin der dortigen ungarndeutschen Minderheiten-Selbstverwaltung.

 

Besuch im Kindergarten (Aufführung der Kinder mit Tanz und Gesang deutscher Volkslieder).

 

Heimatmuseum: Interessante Einblicke in die Dorfwelt von gestern und heute. Dorfrundgang.

 

Mittagessen: Nudelsuppe, Kartoffelpürree, gebratener Ton-Fisch, Birnenkompott.

 

St.-Anna-Kirche: Empfang durch den Pfarrer, Besichtigung der Kirche und der anläßlich der 175-Jahr-Feier der St.-Anna-Kirche von uns vor zwei Monaten überreichten Glocke. Chorprobe.

 

Gulasz-Kochen in Wald: erlebnisreicher, wunderschöner, längerer Spazierweg in das Bakony-Waldgebirge zum Wasserfall des Gaja-Baches und des nahegelegenen Gulasz-Koch- und Festplatzes. Angesagt waren: Essen der selbstgekochten Gulaschsuppe (mit viel frischem, dickscheibigem Weissbrot serviert), Trinken mit oder ohne Prozenten, Spiel und Geselligkeit. Einige Unentwegte fuhren nicht per angebotenem Auto zurück, sondern wanderten furchtlos zurück nach Bakonynána.

 

Abend bei den Gastgebern. Kennenlernen des Lebens in einer ungarischen Familie (Haus, Garten, Familie, Arbeit, Freizeit, Geselligkeit). Diese privaten Begegnungen haben uns sehr gut gefallen. So lernen wir uns persönlich kennen, erfahren über Familien- und Arbeitsleben und können von uns selbst erzählen.

 

 

 

Mittwoch, 02.10.2002

 

Besichtigung der Burganlage Csesznek (Erste urkundliche Erwähnung 1281, wechselvolle Geschichte, im Besitz der Fürstenfamilie Esterhazy). Diese, auf dem waldigen, in malerischer sanfthügeliger Umgebung auf dem scharfen Grat des Var-Berges gelegene und im Wiederaufbau befindliche gotische Burgruine ist eine der schönsten des Landes und liegt im Naturschutzgebiet an der Strecke Györ - Veszprem.

 

Zisterzienserkloster in Zirc: Besuch der berühmten und bedeutenden Bibliothek und des Lesesaales. Gang durch das umfangreiche Naturkundliche Museum in der Klosteranlage.

 

Mittagessen in Bakonynána: Blumenkohlsuppe, Hähnchenschenkel, Nudeln, gefüllte Palatrolle.

 

Bauernhofbesichtigung: bewirtschaftet vom Elternpaar (82 / 73) des Schulleiters István Forsthoffer, der nach dem Schultag durchaus die Aktentasche mit dem Trecker tauscht. Zu sehen gab es Truthahn-Geflügel, Schweine-Mastvieh, Ochsen, Katzen, landwirtschaftliches Gerät, gut gefüllte Vorratsschuppen, Obstgarten ... viel Arbeit und doch den dankbaren Blick, dies alles noch bewirtschaften und davon leben zu können.

 

Birnbaumpflanzung:

Einer der Höhepunkte war die gemeinschaftliche Birnbaumpflanzung

durch Edwin Witt (Schulleiter Deichschule Schweiburg, Ratsherr in Jade) und István Forsthoffer  (Schulleiter Bakonynána) unter dem Beifall der anwesenden Erwachsenen (soweit nicht auf der Arbeit) und den Schulkindern des Dorfes, im Obstgarten der Schule. Ein ungarischer Junge trug das Gedicht Herr von Ribbek auf Ribbek im Havelland vor. Es war ein einfacher und doch historischer und wunderschöner Moment. Möge dieser Birnbaum den Kindern der Generationen viele gute Früchte schenken.

 

Besuch der Schule, Klassenräume. Erläuterungen gaben die uns begleitenden Lehrerinnen zum Gebäude, zum Unterrichtsmaterial, dem Schulwesen allgemein. Die Kinder in den Klassenräumen übten geschäftig, zwischendurch schauten sie uns lachend mit großen Augen an.

Große Augen machten wir über die in einem Klassenzimmer aufgebaute Kaffeetafel, spendiert und vorbereitet von den Eltern der Schulkinder. Ein Bild, gemalt von der 5. Klasse wurde uns überreicht, um es an die 5. Klasse in Jade weiterzugeben. Nachfolgend war kleine Umziehpause bei den Gastgebern angesagt.

 

Zentrale Gemeinschaftsveranstaltung:

Urkunden-Unterzeichnung, Bunter Abend

 

Nach herzlicher persönlicher Begrüßung durch viele Bürger von Bakonynána im vollbesetzten Kulturhaus, gab es ein buntes Programm mit Auftritt des Frauen-Singchores Bakonynána und des Gemischten Chores Jaderberg (Chorleiter Manfred Scholz). Überraschung: der vom Musiklehrer Hornyák Elek vor 10 Tagen ins Leben gerufene Kinderchor.

 

Es folgte ein lustiger Sketch, gespielt von zwei Frauen. Danach Grußworte von Partnerschaftsorganisator und Chorvorsitzendem Ferdinand Emmrich mit Geschenkübergabe eines großen Volksliederbuches.

Es folgten Grußworte von Hanna Zschoppe (Deutsches Rotes Kreuz) und von Luise Steffens (Jan-Oeltjen-Stiftung). Sie überreichte einen wertvollen Holzstich von Jan Oeltjen auf speziellem Japanpapier.

 

Zentraler Festakt waren die Ansprachen von Bürgermeister Kropf Miklós (Bakonynána), der seine Bürger um Zustimmung zur Partnerschaft fragte und diese unter großem Beifall bekam und die Ansprache von Edwin Witt, Ratsherr in Jade, stellvertretend für den Jader Bürgermeister.

 

Beide unterzeichneten die Partnerschaftsurkunde. Besiegelung mit kräftigem Händeschütteln und einem Glas Sekt unter großem Beifall aller Anwesenden im vollbesetzten Kulturhaus. Abschnittsweise wurde die Partnerschaftsurkunde in beiden Sprachen verlesen. In gastlichen Gesprächsrunden klang der Abend aus.

 

 

 

Donnerstag, 03.10. 2002

 

Tagesausflug zum zwei Busstunden entfernten Budapest, der geschäftigen, lebhaften Hauptstadt.

Dort leben gut zwei Millionen Menschen, ein Fünftel des Landes. Budapest an einem Tag zu erleben, ist unmöglich. Soviel sehen, dass man wiederkommen möchte, das klappt. Wir besichtigten unter sachkundiger Führung von Nagy Kati und ihrem Begleitteam die sehr sehenswerte, schöne Festung Fischerbastei mit ihren Aussichts-Rundtürmen, alles zur 1.000-Jahr-Feier des Königreichs Ungarn in 2000 renoviert und vom König-Stephan-1-Denkmal majestätisch bewacht. Der berühmte, wunderschöne Blick auf den Stadtteil Pest mit dem filigran anmutenden Gebäudekomplex des Parlamentes, unmittelbar am Donauufer gelegen, wird viel fotografiert, bleibt aber auch ohne Foto beeindruckend und unvergessen. In der unmittelbar anschließenden Matthiaskirche (Krönungskirche) wurde uns ein Chorauftritt erlaubt und mit viel Beifall seitens der Touristen belohnt.

 

Nach dem guten Mittagessen (Vorsuppe, Putenschnitzel mit Pommes und Salatteller, Nachtisch) in einem Souterrainlokal im Altstadtteil von Pest, genossen wir die Freizeit eislutschend, souvenierkaufend, weintrinkend beim Bummel durch die Einkaufsmeile.

 

Rosi Windels stürzte über eine Stolperstelle. Es ging glimpflich ab, der momentane große Schrecken wich.

 

Nach der Rückkehr über die Weinstadt Mór, in der viele Bakonynánaer Bürger arbeiten, gab es zum Abendessen im Restaurant Korona Mulato in Bakonynána eine ungarische Spezialität: Kohlroulade in Sauerkrautsuppe mit Saurer-Sahne-Haube.

 

Den Abend verbrachten jeder in seiner Gastgeberfamilie: Erzählen über Familie, Arbeit, Garten, Viehhaltung, Freizeit, Gott und die Welt, Singen, Fotos betrachten, Essen und Trinken, frohe Geselligkeit in der Familienrunde.

 

 

 

Freitag, 04.10.2002

 

Per Bus ging es in die ca. 10 km entfernte Kleinstadt Zirc mit ihrem touristischen Magneten, dem Zisterzienserkloster, dessen Bibliothek wir bereits besichtigt hatten. Heute besuchten wir in Zirc einen Gewerbebetrieb: die Kartoffelchips-Fabrik Intersnack. Die deutsche Mutterfirma hat drei Produktionsstätten und mehrere Auslieferungslager in Ungarn. Die angelieferten Kartoffeln (aus Ungarn, Italien und Diepholz / Deutschland, ca. 80 km von Jade), sind nur nach Tonnen zählbar. Bis zum fernsehsesselfertigen Chip wird die Kartoffel gewaschen, geschält, in hauchdünne Scheiben geschnitten, je nach Sorte gewürzt, gebacken, kontrolliert, verpackt und kartoniert. Wir konnten die einzelnen Herstellungsstufen genau und interessiert, unter Einhaltung der dortigen Hygienevorschriften, verfolgen. Und wir bekamen reichlich Kostproben mit, die wir später im Bus verteilten.

 

Ein ausgieber Spaziergang schloss sich an. Arboretum ist ein großer Park mit internationalem Baumbestand, weiten Wegen, massivhölzernen Ruhebänken und Pavillions. Eis gabs dort im Kiosk und kühle Getränke. Im nicht weit entfernten Supermarkt deckten wir uns mit Reiseutensilien ein. Da wir noch Zeit hatten, ermöglichte die uns begleitende Kornélia einen Besuch und Auftritt in der Klosterkirche. "Lobe den Herrn meine Seele"; "Rock my soul"; und "Kumbaja my Lord" sangen wir zu unserer eigenen und zur Freude der Touristen. 

 

Nach dem Mittagessen in Bakonynána stand Vorstellen und Kennenlernen der örtlichen Vereine. auf dem Programm. Hanna Zschoppe und Christa Padeken machten eine eigene Veranstaltung für die am Roten Kreuz interessierten Frauen des Dorfes.

 

Kropf Miklós erläuterte uns im Kulturhaus die Vereine:

Feuerwehr, (ca.16 Personen), Ausrüstung und Schulung im Aufbau. 

Fußball: eine begeisterte Gruppe (ca. 25 Personen), spielt in der Kreisklasse.

Herkunftsforschung und Brauchtumspflege: dieser Verein widmet sich unabhängig von der Deutschen Minderheiten-Selbstverwaltung der Erforschung der Geschichte und Kultur des Ortes. Erinnert sei in diesem Zusammenhang an das wunderbare Chronikbuch der Gemeinde

Törtenete Bakonynána , das einige Jader Bürger beim Besuch der Ungarn in Jade (27.06.-03.07.2002) bereits vor der offiziellen Präsentation erhalten haben. Die Buchpräsentation fand am St.-Anna-Kirchweihtag, 26.07.2002, im Beisein von Talea und Ferdinand Emmrich und Heinz-Jürgen Ahlers, LEB, statt. (Hierüber besteht ein eigener Chronik-Bericht / Videofilm).

Elternratsverein: dieser Verein unterstützt und berät den Schulträger. Charmant wurde uns von der Leiterin des Elternrates über die vielfältigen Freizeitaktivitäten mit den Kindern erzählt.

Währenddessen gab es für uns zur Bewirtung Kaltgetränke und selbstgebackenen, süßen Kuchen in großer Vielfalt.

 

Abendveranstaltung in einem Nachbarort am Rande des Waldgebietes:

Vortrag und Video über die Tierwelt und die Jagd im Bakonywaldgebirge.

Der Jagdpächter und sein Sohn gaben einen sehr interessanten Einblick in die Wald- und Waidwirtschaft im Bakonygebirge, einem der größten zusammenhängenden Waldgebietes Ungarns. Als hätten wir erfolgreich gejagd, erhielten wir ein klassisches Wildessen: Rehgulasch mit Nudeln, Kartoffeln, Salatteller. Von diesen vielen Eindrücken des Tages erzählten wir dann am späteren Abend unseren privaten Gastgebern bei Bier und Wein.

 

 

 

  

Samstag, 05.10.2002

 

Kaum eine Stunde dauerte die Busfahrt, schon waren wir über Balatonfüred am Plattensee. Nagy Kati hatte eine geeignete Stelle ausgesucht, Manfred, Helge, Arne und Margrit sprangen beherzt mit großem Juchhu für einige Minuten ins Untiefenlose des Sees. Abtrocknen und Anziehen dauerte länger. Trockener Witz: typisch Deutsche, denn im Oktober gehen nur noch sie in den Plattensee. Der Touristenmagnet, die Halbinsel Tihany begeisterte uns. Die Besichtigung der Klosterkirche, in der wir unser ungarnkirchliches Gesangsprogramm den Besuchern darbrachten und viel Beifall ernteten, der Besuch der Krypta mit dem Grab des Königs Andreas, die moderne Malerei- und Kunstgewerbeausstellung waren beeindruckend. Wir flankierten auf der Souvenirmeile, wollten nichts kaufen und hatten nachher doch Tüten und Taschen zu tragen. Zu schön waren die Blusen, Tischdecken, Keramiken und Mitbringsel aller Art. Hervorragend war das Mittagessen im Restaurant am Promenadenweg, von dem aus wir das herrliche Plattensee-Panorama genossen.  Es gelang uns, vom Echoturm zur 1 km entfernten Wand der Klosterkirche zu schreien "Jaderberg". Tatsächlich, trotz des allgemeinen Lärms der vielen Touristen echote es uns von der Wand zurück "berg" . Wir waren stolz.

 

Die Zeit drängte. Gegen 14.00 Uhr waren wir zum Einkaufen im Tesco-Center, nahe der Komitatshauptstadt Veszprém. Nun aber rasch. Wir hatten versprochen, um 15.00 Uhr zurück in Bakonynána zu sein. 15.10 Uhr waren wir da.

 

Groß war das Hallo. Was Beine hat, war auf der Straße: verkleidete und angemalte Kinder,  fröhliche Erwachsene, denn es war Weinfest! Zur Überraschung und mit freudigem Gekicher erhielten unsere Frauen selbstgenähte weiße Schürzen mit nationalfarbenen Bändern in grün-weiß-rot. Unsere Frauen sollten beim Backen helfen; es reichte zeitlich aber nur noch zum Zuschauen und Mitessen. Die Jader Gastmänner erhielten niedliche kleine, bunte Keramik-Henkelbecher mit fröhlichen Gesichtern darauf. Junge Männer schenkten ununterbrochen und lachend zum Trinken auffordernd, eifrig frischen Most aus auf der Schulter ruhenden Pipetten-Weinbehältern aus. Wäre es Wein, wir wären schon beim Beginn, an "Korona Mulato", voll des süßen Trunkes gewesen.

 

Die nette Geschichte vom Kleinrichter und dem Brautpaar (seitenverkehrt verkleidetes junges Paar) wurde erzählt und gespielt, wir trabten im Umzug hinter dem geschmücktem Pferde-Doppelspänner, auf dem trachtengekleidete junge Mädchen sangen. Wir winkten den straßenrandsäumenden Bewohnern freundlich zu, oftmals "moin" als Antwort hörend.

 

Im Gastlokal am Dorfplatz sang der Frauensingchor frische, flotte Stimmungslieder, teils deutsche Schunkellieder. Dazu gab es Kaffee und selbstgebackene, süße Kuchenberge, Bier oder andere kühle Getränke. Draußen tanzte und sang eine niedliche Kindergruppe. Drinnen gab es Bombenstimmung mit Schmalzgebäck. Irgendwann mussten wir abbrechen. Es galt, sich umzuziehen, frisch zu sein für den Abend.

 

Ab 19.00 Uhr           gab es gemeinsames Essen, nachfolgend kleine Ansprachen von Miklós und Ferdinand, dann lud der dauerspielende Akkordeonist erfolgreich zum Tanze. Immer mehr Bürger kamen dazu, wer nicht tanzte, verbrüderte sich beim Bier mit seinen Tischnachbarn.

Erzählen, Lachen, Tanzen, irgendwann sich so langsam in die Hängematten verkrümeln...

 

 

 

Sonntag, 06.10.2002

 

Die Sonne strahlte auch über den letzten Besuchstag. Nach dem vielgepriesenen, üppigen Frühstück waren alle gegen 09.30 Uhr an der Kirche. Ab 09.45 Uhr sang der Gemischte Chor Jaderberg als Dank für die Gastfreundschaft der Dorfbewohner. In der ungarischen Messe bedankte sich der Pfarrer für unseren Besuch. Nach der Messe gaben wir noch ein Ständchen und bei "Kumbaja" sang der Pfarrer im Baß mit. Es war alles einfach schön. Draußen begann das erste Abschiednehmen, manche kleine Träne kullerte. Bei den Gastgebern gab es noch ein vorgezogenes Mittagessen und dicke Proviantpakete für unterwegs. Saft, Obst, Kuchen, belegte Brötchen in Hülle und Fülle, für mehrere Tage. Vielen Dank dafür, vielen Dank für alles!

 

Noch einmal umarmen, bevor der Bus kommt, Koffer verstauen, winken, winken, winken, Abschied in Herzlichkeit, Abschied hoffentlich nur für kurze Zeit! Viszontlátásra Bakonynána! - Auf Wiedersehen ihr lieben Menschen in Bakonynána!

 

Miklós, Elisabeth und andere begleiten uns mit zwei PKW's noch einige Kilometer und wiesen uns den Weg. Der führte über Gic, Tet, Csorna - bei leichtem Nieselregen -  zur Grenze. Auf unserer Fahrseite gab es keine Wechselstube. So hielten wir unsere restlichen Forints gleich für den nächsten Besuch. Von Österreich haben wir weniger gesehen als auf der Hinfahrt. Wir hatten ja so viel zu erzählen. Erst mit beginnender Dunkelheit wurde es ruhiger. Nach gut 500 km Fahrt kamen wir Punkt 20.00 Uhr wieder im Hotel Linsmeier in Iggensbach bei Passau an. Nach dem warmen Braten-Abendessen schliefen wir selig in den gleichen Zimmern wie auf dem Hinweg, träumten von Gulasz in Wald, vom Winzerfest, jedenfalls von Bakonynána.

 

 

 

Montag, 07.10.2002

 

Pünktlichkeit ist eine gute Tugend. Nach dem Frühstück war für 09.00 Uhr die Weiterreise geplant. 08.50 Uhr fuhr der Bus bereits ab. Vom Haus Linsmeier bekamen wir noch eine lange Mettwurst geschenkt, die bei einer Unterwegspause vielscheibig verteilt wurde. Der Bus war schon häufig in Iggensbach. Er brachte unseren guten Busfahrer, Friedrich Peters und uns sicher nach Jade zurück, wo Regen und geringere Temperaturen durch die Wiedersehensfreude mit den Angehörigen wettgemacht wurde.

 

Eine dicke Mettwurst und einen Danke-Umschlag schenkten mir die nicht choraktiven Mitfahrer. Herbert Punke sprach mir nette Dankesworte im Namen der Chormitglieder aus für Vorbereitung, Organisation und Betreuung der Reise. Ich sage Euch allen danke für die nette Geste und kaue gerade den letzten Wurstzipfel. Dankeschön, Euch Mitreisenden. Unser gemeinsames  Dankeschön gilt den lieben Menschen in Bakonynána.

 

Am 29.10.2002 war dann große Ungarnrevue im Gemeindehaus Jaderberg, wo wir Bilder und Erinnerungen tauschten, unvergessliche Erinnerungen an Bakonynána. Hello, Bakonynána!

 

Wer meint, man könnte mehr und ausführlicher über alles schreiben, dem gebe ich recht. Also mach Dich ran, meint

 

Ferdinand Emmrich.

 

 

 

Unsere Gastgeber in Bakonynána                                                    Gäste

 

Bierbaum        Ignác, Anna                                                  Frau Fischer, Frau Steffens

Hoffer              György, Mária, Noémi, György                     Ehepaar Punke

Horváth           Szilárd, Ágnes, Ágnes, Szilárd, Maté           Frau Lahmert, Arne Timpe

Hüll                 József, Olga, Gabriella, Réka                       Ehepaar Köne

Kerner            Péter, Márta, Bence                                      Herr Schmeidler, Herr Scholz

Krén                Ferenc, Magdolna                                        Ehepaar Koopmann

Kropf               Miklós, Zita, Miklós, Tamás                          Ehepaar Emmrich

Németh           Zoltán, Angéla                                           Frau Zschoppe, Frau Padeken Pidl                 József                                                           Herr Decker

Pónak              József, Mária, Gábor, Zoltán                        Ehepaar Siems

Prem               József und Eva, Victória, Maté                     Ehepaar Freels

Reichard          János, Jolán, Péter                                     Frau Kniesche, Frau Meyer

Simon             Ferenc, Erzsébet, Ágnes                               Ehepaar Witt

Stanka             Csaba, Eva, Vivien                                       Ehepaar Hahn

Szelthoffer       István, Jutka, Ramóna                                 Ehepaar Hofmann

Szöllösi           Attila, Klára, Enik, Attila                               Ehepaar Jordan

Valler               Antal, Melinda, Ágota, Veronika                 Herr Peters, Busfahrer

Valler               Miklós, Mária, Réka, Szabina, Virág           Frau Gerdes, Frau Huse

Véber               László, Györgyi, Szabina, Dániel                Frau Wulf, Frau Windels

Véber               Zoltán, Valéria, Szandra, Renata, Martin    J. Wefer / S. Buß

 

Gemeinde Bakonynána, Alkotmany U3, 8422 Bakonynána (Ungarn) Tel/Fax 0036 88488 013, e-mail = bnanatelehaz@vnet.hu

 

Berichte anderer Reiseteilnehmer

 

Herbert Punke:

 

Unsere Fahrt vom Gemischten Chor Jaderberg nach Ungarn, vom 29. Sept. 7. Okt. 2002.

 

Gerade in den letzten Tagen wird viel über die Osterweiterung der EU gesprochen. Zehn osteuropäische Staaten können beitreten, darunter ist auch Ungarn. Ich stelle mir die Frage: Ist dieses Land schon fähig, beizutreten? Ich habe versucht, diese Frage mehrfach unseren Ungarn zu stellen und habe feststellen müssen, dass sie den Ausdruck EU gar nicht kannten. Wie heißt das? Also kann man beim normalen Volk davon ausgehen, das es hierzu wenig Ahnung hat.

 

Das zeigte sich deutlich beim Besuch des Bauernhofes. Die beiden alten Leute sind so mit dem Betrieb verwachsen, dass sie einfach weitermachen müssen. Durch die Haltung von Vieh, den Kühen und Schweinen, Hühnern und Puten, den großen Garten mit allem Gemüse sind sie Selbstversorger; jedoch mit einem Achselzucken wovon sollen wir (sonst) leben? Hierzu hätte man sicherlich in einem Ministerium mehr erfahren können. Der Sohn ist Lehrer und wird vermutlich nicht den Hof weiterführen.

 

Auch hier in Ungarn ziehen viele junge Leute in die Stadt und gehen anderen Berufen nach. Also bleiben die alten Leute alleine. Das zeigte sich auch bei unseren Gasteltern. Beide gingen auf Arbeit. Sie ist bei der Nachfolgefirma Siemens Bergmann-Kabel (aus Brake) tätig, er bei einer anderen Firma. Die Kinder gehen aufs Gymnasium. Das heißt, es ist keine oder nur nach Feierabend Zeit für einen Garten, der hier in diesem Falle als Rasen gemäht wird. Es wird alles gekauft. Also genau wie bei uns: kein Garten, kein Gemüse. Da setzt die Zeit ein, wie wir sie schon lange kennen. Man arbeitet für einen  Stundenlohn von etwa 2,00 EUR, auch sonnabends. Es gibt keine Gewerkschaft, keine Sicherheit. Nur da, wo die alten Leute noch im Hause sind, wird der Garten gepflegt und genutzt. Leider war die sprachliche Verständigung mit unserer Gastgeberfamilie schlecht.

 

Aber der Zusammenhalt in der Familie zwischen Alt und Jung wird groß geschrieben. Dazu möchte ich sagen, trägt ganz viel die Katholische Kirche bei. Der Zusammenhalt von Jung und Alt ist groß, es ist noch eine schöne Harmonie. Ein Ungar erzählte mir, indem er mich am Arm zur Seite zog, dass es überall noch Altkommunisten gibt, die immer noch Einfluss nehmen wollen.

 

Bei der Besichtigung der Chips-Fabrik wurde mir erzählt, dass 55 % Anteile das Großkapital hält, 10 % deutsche,  den Rest von 35 % amerikanische Geldgeber.

 

Die Gastfreundlichkeit der Ungarn kann man nicht beschreiben. Von der Art der Gastlichkeit ist bei uns vieles verloren gegangen. Beeindruckend die Herzlichkeit der fröhlich winkenden Menschen, und zwar von Jung und Alt. Man kann nur hoffen, dass dies in Ungarn noch lange so bleibt.

 

Herbert Punke.

 

 

 

 

Wilfried Hofmann:

 

Urlaubserinnerung aus Bakonynána, Ungarn.

Hier in Ungarn ist man Mensch. Menschlichkeit wird hier nicht nur geschrieben, hier wird sie groß geschrieben!

 

Man hat geglaubt, dass man wegen der anderen Sprache, Sitten und Gebräuche als Fremder in einem fremden Land fremd bleibt. Aber nichts desgleichen ist geschehen.

 

Unsere Herbergseltern sind auf uns zugekommen, als wenn man bereits täglich miteinander zu tun hat. Ich hoffe, dass es bald ein Wiedersehen gibt! Die Einladung für unsere Herbergseltern

ist schon perfekt.

 

Das schönste Erlebnis für mich als Zimmermann war, die Holzarbeit in der Bibliothek des Zisterzienserklosters in Zirc zu sehen. Auch das Naturkundliche Museum war fantastisch; so etwas muss man gesehen haben!

 

Die Kirchen, die wir besichtigen konnten, waren das beste, Creme de la Creme .

Ungarn ist ein fantastisches Land! Ich bin ein Fan von Ungarn!

 

Wilfried Hofmann.

 

 

 

  

Luise Steffens:

 

Besonders beeindruckt hat mich bei dem Besuch in Ungarn:

 

1.   Die große Gastfreundlichkeit, Solidarität und Eigeninitiative der Bewohner von Bakonynána.

 

2.  Wie in den verschiedenen besichtigten Kirchen durch den Gesang des Gemischten Chores aus Jaderberg von einem Augenblick zum anderen für mich das Museum zum Gotteshaus wurde.

 

3.  Wie gleichberechtigt zeitgenössische Kunst neben der uralten Kunst und Kultur, z. B. im Kloster auf der Halbinsel Tihany, in den Gewölben ausgestellt wurde.

 

Danke für die sehr informative Fahrt nach Ungarn.

 

Luise Steffens.

 

 

 

 

Hanna und Heinz Koopmann:

 

Nachlese zur Ungarnfahrt vom 29.09. 07.10.2002.

 

Am Morgen des 29. September 2002 starteten wir mit 35 Mitgliedern und Freunden unseres Chores zu einer erwartungsvollen Fahrt nach Ungarn. In einem bequemen Reisebus kamen wir nach kleinen Zwischenstopps am Abend in unserem schönen Übernachtungshotel in Iggensbach bei Passau an. Nach einem guten Abendessen fielen wir geschafft ins Bett.

 

Mit reichhaltigem Frühstück versorgt, ging es dann am Morgen des 30.09. gutgelaunt weiter. Wir fuhren durch Österreich. Nach problemloser Überschreitung der ungarischen Grenze ging es weiter zu unseren Freunden in Richtung Bakonynána.

 

Unterwegs konnten wir uns an der herrlich buntgefärbten Herbstlandschaft mit vielen schönen Burgen, Kirchen und anderen historischen Denkmälern und Bauten erfreuen. Uns Wesermärschler hat die wunderschöne Berglandschaft sehr beeindruckt. Langeweile kam also nicht auf und unterwegs wurde viel gelacht, gesungen und musiziert.

 

Am Abend war die Anspannung natürlich sehr groß, wir waren neugierig, was uns erwartete. In Dudar, ein Dorf vor Bakonynána, wurden wir von einer Abordnung empfangen. Ein Auto mit der herausgehaltenen Fahne Deutschlands fuhr mit lautem Hupkonzert voraus, bis zum Kulturhaus des Dorfes Bakonynána.

 

Ein überwältigender Empfang wurde uns hier bereitet. Alle Mitfahrer, ob unseren Freunden schon bekannt oder noch nicht, wurden herzlich umarmt und willkommen geheißen. Nach einer kleinen Stärkung wurden wir von unseren Gastgeberfamilien mit nach Hause genommen. Die meisten von uns hatten nur einen Wunsch nur schnell ins Bett.

 

Nach einem reichhaltigen Frühstück in den Gastgeberfamilien wurden wir am nächsten Tag vom Bürgermeister offiziell empfangen.

 

Tags darauf wurde die Partnerschaftsurkunde mit der Gemeinde Jade in der ungarischen Fassung unterzeichnet. Dieser historische Akt wurde zu einem der Höhepunkte unseres Besuches und wurde mit viel Gesang und Tanz unserer Freunde und unseres Chores verschönt.

 

Wir haben fünf wunderbare Tage, angehäuft mit einem vollen Programm, in Ungarn erleben können.

 

Diese Fahrt wird uns noch lange in schöner Erinnerung bleiben. Diese Zeilen können nur ein kleiner Abriß von dem Erlebten sein. Wir können nur ermuntern, bei nächster Gelegenheit nach Ungarn und insbesondere nach Bakonynána zu fahren.

 

Ausdrücklich möchten wir noch einmal die große Gastfreundschaft unserer Freunde herausstellen. Ein großes Lob möchten wir den Organisatoren dieser Fahrt aussprechen.

 

Hanna und Heinz Koopmann.

 

 

 

 

Johanne Zschoppe (Deutsches Rotes Kreuz, Jaderberg):

 

Vom 27. Juni bis 3. Juli 2002 kamen 43 Personen: 28 Erwachsene und 15 Jugendliche aus Bakonynána (Ungarn) in die Gemeinde Jade, um eine Partnerschaft zu schließen.

 

Am Samstag, dem 29. Juni 2002 waren die Gäste beim Deutschen Roten Kreuz am Bahnweg in Jaderberg eingeladen. Hier wurden sie über unsere Arbeit im einzelnen informiert.

 

Das Jugend Rote Kreuz, die Pfadfinder Jadeburg und die Jugendlichen aus Bakonynána übten gemeinsam eine Erste Hilfe bei einer Unfalldarstellung.

 

Alle Besucher waren von unserer Arbeit begeistert. Vor Ort waren auch: unser DRK-Landesgeschäftsführer, Herr Schwarz aus Oldenburg und die zweite DRK-Kreisvorsitzende aus Nordenham, Frau Brunn.

 

Wir wurden gebeten, mit einer Abordnung nach Bakonynána zu kommen, um dort vor Ort unsere Arbeit darzustellen. Der Gemischte Chor Jaderberg fuhr vom 29. Sept. bis 7. Okt. 2002 nach Bakonynána. Wir, Johanna Zschoppe und Christa Padeken vom Deutschen Roten Kreuz, konnten mitfahren.

 

Bei allen Veranstaltungen in Bakonynána, die unsere Gastgeber vorbereitet hatten, konnten wir uns für kurze Zeit ausklinken. In einer für die DRK-Arbeit sehr interessierten Gruppe konnten wir berichten, wie man mit wenig Material und wenig Geld eine Seniorengruppe aufbauen kann. Begeistert waren sie davon, wie man mit einfachen Hilfsmitteln eine Senioren-Gymnastikgruppe aufbauen kann.

 

Wir wurden gebeten, bei nächster Gelegenheit wieder mitzukommen, um über den Aufbau einer Gruppe in Bakonynána zu beraten.

 

Johanna Zschoppe.