Gruppe vor dem Rathaus in Jade. Városháza Jadeben.
  Im Jan-Oeltjen-Haus: Czepek Kornélia, Kropf Zita, Kropf Miklos Jan-Oeltjen-Múzeumben.
 
 
 
 

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Ungarnbesuch vertieft die Freundschaft

 

Vom 10. bis 18. August 2003 weilten 11 Ungarn aus der Partnergemeinde Bakonynána und Umgebung in der Gemeinde Jade. Die beteiligten Gruppen, die Stimmung, das Wetter, einfach alles spielte mit, um den Besuch zu einem besonderen Erlebnis für die ungarischen Freunde als auch für uns werden zu lassen, zieht Ferdinand Emmrich das

Resummé.

 

Und so war der Ablauf im Zeitraffer:

 

 

 

Sonntag, 10.8.2003:         

           

Mit großem Hallo, ungarischer Flagge und dem Ruf "Isten Hozta" (Herzlich willkommen!) wurden die Ungarn von den Gastgebern und Organisatoren auf dem Vareler Bahnhof begrüßt. Im Evangelischen Gemeindehaus Jaderberg feierten alle nach dem gemeinsames Frühstück den Gottesdienst mit. Der Predigttext: Ihr seid das Salz der Erde, lässt sich gedanklich übertragen: menschliche Begegnungen dieser Art schaffen Freundschaften und sind reale Möglichkeiten, für den Frieden in der Welt beizutragen. Gespräche über gelebte Religionsarmut hier wie drüben schlossen sich beim Tee an.

 

 

 

Montag, 11.8.2003:

 

Beim offiziellen Empfang im Rathaus vor Rat und Verwaltung, Gastgebern, Begleitern und Bürgern sagte der Bürgermeister u.a. Schön, dass Ihr wieder da seid! Und Nagy Kati, Gruppenleiterin der Besucher meinte, sie fühle sich hier schon ein bisschen zu Hause. Dank gilt es hier der Gemeinde Jade zu sagen, die das neue Gemeindemobil für die gesamte Besuchszeit zur Verfügung stellte.

 

Eine Rundtour durch die Gemeinde führte durch die Ortsteile Wapelersiel über Diekmannshausen, Sehestedt, Schweiburg, Jade und Jaderberg. Die Fahrt brachte den ungarischen Gästen die äußeren Lebensumstände der Gastgeber näher. Deiche und Wind, Wasser und Wolken hatten sie in dieser Form noch nicht erlebt. Lehrreich war der Nachmittag im Trinkwasser-Aufbereitungswerk Nethen. Für die Ungarn sind Hitze und Trockenheit nichts Neues. Der Erklärung der modernen Werksanlage  und des Trinkwasser-Lehrpfades konnten sie gut folgen, da sie alle Deutsch verstehen und weitgehend auch sprechen können. Man muss sie dazu nur ermuntern.

 

 

 

Dienstag, 12.08.2003

 

Sabadka Ágnes (14) war von Dienstag bis Donnerstag im Evangelischen Kinderkarten Jaderberg, Urban Sarolta (23) im kommunalen Kindergarten und Reichardt Péter (18) lernte das Werbe- und Grafikbüro Kirchhoff kennen. Danke sagen wir den Einrichtungen und der Firma, die diesen Jugendlichen ermöglichte, Betriebsstrukturen und Arbeitsabläufe kennen zu lernen.

 

Die weiteren Gäste wurden nach Brake gefahren, wo sie unter kundiger Führung von Heino Paradies die Kaianlage, den Hafen, und die beiden Häuser des Schifffahrtmuseums erläutert bekamen. Man muss die Vergangenheit kennen, um die Zukunft gestalten zu können. Insoweit bekam der Besuch des  Seefahrtmuseums seinen Zeitbezug.

 

Beim Seniorennachmittag des Deutschen Roten Kreuzes in Jaderberg besichtigte man die Kleiderkammer, diskutierte über soziale Hilfsprogramme auf Ortsebene. Bei Kaffee und Kuchen hatte man regen Gedankenaustausch, es gab viel zu Lachen. Für abends haben dann die ungarischen Frauen in drei benachbarten Gastgeber-Wohnungen der Post- und Amselstraße ungarische Speisen zubereitet, zu deren Verzehr alle eingeladen wurden. Natürlich mussten dringend Rezepte ausgetauscht und diskutiert werden.

 

 

 

Mittwoch, 13.08.2003

 

Die Stadtrundfahrt zu den Haupt-Sehenswürdigkeiten Oldenburgs, wie Schloß, Theater, Botanischer Garten und der Innenstadtbummel prägten den Tag. Wegen des heißen Wetters (über 30 Grad) verbrachte man ab frühem Abend die Zeit  am Sehestedter Strand, dem Teil des Jadebusens, der zur Gemeinde Jade gehört. Es gab sicher manches Seemannslatein aber auch viel Wichtiges zu sehen und zu hören über die Gezeiten, über Sturmflut und Strandleben.

 

 

 

Donnerstag, 14.08.2003

 

Schon auf dem Weg nach Wilhelmshaven gab es Interessantes zu sehen: Start- und Landeübungen auf dem Flughafen Mariensiel seitens der Bundeswehr. Das Marinearsenal wurde gesehen, Südstrandstraße und Fliegerdeich mit Seewasseraquarium, die Außenausstellungen des geschichtsträchtigen Marinemuseums an der Kaiser-Wilhelm-Drehbrücke waren Stationen, gefolgt von Innenstadt-Sightseeing-Bummel. Der Gang durch ein  großes Möbelhaus wurde abschließend ins Programm eingeschoben, da die Gäste gerne neue deutsche Wohnkulturtrends kennen lernen wollten.

 

 

 

Freitag, 15.08.2003

 

Die Reise ging durch den Landkreis Wesermarsch (zu dem die Gemeinde Jade gehört) zur Großbaustelle des Verkehrsführungs-Projektes Wesertunnel (Eröffnung Januar 2004), vorbei am Kernkraftwerk Kleinensiel mit kurzer Erläuterung, weiter nach Bremerhaven. Hier wurde der Fischereihafen besichtigt und seine Bedeutung für die Hochseefischerei erläutert. Dazu war ein Erlebnis besonderer Art der Besuch in der interaktiven modernen Präsentation des Atlanticums: Landschaft und Menschen, Städte und Wirtschaft, Kultur und Politik, Hafen und Hochsee, die Funktion einer Seeschleuse, touristische Küste, Wattenmeer, atlantische Tierwelt im Unter-Wasser-Aquarium und vieles mehr wurden in Videosequenzen, interaktiven Demo-Objekten, anschaulichen Originalen oder maßstabgrechten Modellen lehrreich dargestellt und erfahrbar gemacht.

 

Bei der anschließenden Fahrt durch den großen Containerhafen sah man das reale  Wirtschaftstreiben in seiner verwirrenden Vielfalt. Der Blick von der Aussichtsplattform auf die großen Verladeschiffe (z.B. für 5.000 PKW s oder hunderte übereinandergestapelte Container) wirkte wie die Sicht auf eine große Stadt.

 

Beeindruckend war auch der Blick vom Columbusbahnhof, dem Auswanderer-Schiffsbahnhof, auf die wandgroßen Fotos voller Szenen aus der Hoch-Zeit der Auswanderung nach dem Weltkrieg II und früherer Zeiten. Ebenso beeindruckend war der  aktuelle Anblick des modernen Kreuzfahrtschiffes Astoria . Im Columbuscenter erlebten wir den Flair der Großstadt, das Hasten der Menschen als auch die gepflegte Ruhe der Cafe-Terasse.

 

 

 

Sonnabend, 16.08.2003

 

Es war ein freier Tag. Unsere Gäste und Gastgeber konnten diesen Tag nach eigenem Ermessen gestalten, das Familienleben im Tagesablauf häuslichen Miteinanders erfahren. Die Freunde bekamen Einblick in das Leben einer deutschen Familie mit ihren Alltagsaufgaben wie Haushalt,  Gartenarbeit und Einkaufen, sowie Kenntnisse über das Berufsleben ihrer Gastgeber. Einige nutzten die Möglichkeit, die benachbarte Kleinstadt Varel kennzulernen. Andere waren im Schulmuseum Bohlenbergerfeld, erlebten eine Unterrichtsstunde alter Zeit um 1900 und diskutierten lebhaft über Schulwege, Schulprobleme, Bildungssysteme und -einrichtungen in beiden Ländern heute. Man könnte sagen, es war eine PISA-Studie, ausgedrückt mit den Worten der beteiligten Menschen.

 

Ab 18.00 Uhr traf man sich bei Familie Emmrich im Garten zur Freundschaftsfete. Rund 40 Personen, die an der Partnerschaft mit den ungarischen Freunden Anteil haben oder bekommen wollen, trafen sich zum fröhlichen Geplauder. Jeder konnte mit jedem ins Gespräch kommen und gegenseitige gleiche oder andersartige Sitten und Gebräuche kennenlernen oder über das Leben in Deutschland bzw. Ungarn diskutieren. Natürlich wurde gegrillt. Und Werner Sieling sei Dank für den herrlichen, frischen Räucherfisch. Es war ein wirklicher Abend der Begegnung, auf dem man sich freundschaftlich näher kam und den Partnerschaftsgedanken politisch wie gesellschaftlich in Anwesenheit des Bürgermeisters Friedrich Janßen, des stellvertretenden Gemeindedirektors Andreas Bartels und andererpolitischen und gesellschaftlichen Persönlichkeiten konkretisierte. In kleinen Ansprachen kam dies immer wieder zum Ausdruck. Das Lagerfeuer symbolisierte das Feuer der Herzen, diese Partnerschaft zu fördern und auszuweiten.

 

Es sei dem Chronisten zugestanden, sich hier sehr herzlich für die Unterstützung seitens Rat und Verwaltung der Gemeinde Jade, seitens der Evangelischen Kirchengemeinde Jade-Jaderberg, bei den Gastgebern, Organisatoren und Helfern zu bedanken. Im Mittelpunkt aber steht der Dank an unsere ungarischen Freunde aus Bakonynáná und Umgebung für ihre Bereitschaft zu dieser Partnerschaft gleichwertig beizutragen und die Art und Weise, wie diese harmonisch gelebt wird.

 

Besonderer Dank wurde gegenüber Herrn Wewer und seinen Mitarbeitern von der Redaktion Brake der Nordwest-Zeitung ausgesprochen; der Besuch wurde von dort mit vier großen und mehreren kleinen Berichten begleitet und dokumentiert (Anlage).

 

Es war ein herrlicher partnerschaftsdienlicher Hochsommerabend, der nicht schöner hätte sein können. Möge die Zahl derer, die sich an dieser Bürgerpartnerschaft beteiligen, ständig wachsen.

 

 

 

 

Sonntag, 17.08.2003

 

Der Messe in der katholischen Kirche schloß sich eine kleine Rundfahrt durch Varel an. Gezeigt wurde die Schloßkirche, die Mühle, die Hafenschule, eine Keksfabrik, der Vareler Hafen mit seinen Fischkuttern und Yachten... und beim Anblick der benachbarten modernen Mülldeponie, folienunterlegt, erdaufgeschüttet, begrünt und bepflanzt, wurden Umweltprobleme wie von selbst diskutiert. Wie sieht es hier aus, wie bei euch, was macht ihr dafür, was dagegen, wie ist die Stimmung zur Thematik in der Bevölkerung und manches mehr.  Da verflog die Zeit und neue Eindrücke erwarteten uns: die Tierwelt im Tier- und Freizeitpark Jaderberg.

 

 

 

 

Montag, 18.08.2003

 

Der letzte Besuchstag stand ebenfalls zur freien Verfügung. Die Gastgeber hatten weitgehend Urlaub und so konnte man gemeinsam das Leben in deutschen Familien weiter kennenlernen und darüber wiederholt und vertieft ins Gespräch kommen. Gemeinsam wurden Lebensmittel eingekauft. Die Gäste erlebten die hiesigen Einkaufsgewohnheiten, die Verlockung der gefüllten Regale bis zum Schlangestehen an der Kasse. Man versorgte sich mit kleinen Souvenirs und Reiseproviant. Der Nachmittag brachte alle in Teilgruppen an den großen Kaffeetisch, wo es anhand der tagesaktuellen Zeitungsberichte über Irak wiederum Gesprächsthemen über die politische Lage allgemein, das Zusammenwachsen in Europa, die kleine Politik in den Dörfern, die Zukunft Ungarns im Hinblick auf den EU-Beitritt per 1.5.2004 gab.

 

Gott und die Welt wurden wortgewaltig-friedlich diskutiert. Und es wäre noch heute so, hätten unsere Freunde nicht am Abend um 20.01 Uhr die Heimreise antreten müssen. Der Bahnhof Varel war eigentlich viel zu klein für 21 Jader Bürger, die ihre 11 Ungarnfreunde verabschieden und kleine Tränen verbergen mussten.

 

Menschliche Begegnungen dieser Art schaffen Freundschaften und sind reale Möglichkeiten, für den Frieden in der Welt beizutragen .

 

Dank an unsere ungarischen Freunde aus Bakonynána und Umgebung für ihre Bereitschaft zu dieser Partnerschaft gleichwertig beizutragen und die Art und Weise, wie diese harmonisch gelebt wird.

 

Möge die Zahl derer, die sich an dieser Bürgerpartnerschaft beteiligen, ständig wachsen.

 

Viszontlátásra Bakonynána! Auf Wiedersehen liebe Freunde!

 

20.08.2003

Ferdinand Emmrich.

 

 
  2003 August, bei Emmrich im Garten kértben
  2003 Bürgermeister Friedrich Janßen, Gemeindedirektor Andreas Bartels, Talea Emmrich, Anna Bierbaum, ?
  2003August, bei Emmrich im Garten kertben.
  2003 August, bei Emmrich im Garten kértben
  2003 August, bei Emmrich im Garten kértben
  2003 August, bei Emmrich im Garten kértben
  2003 August, bei Emmrich im Garten kértben
  2003 August, bei Emmrich im Garten kértben
  2003 August, bei Emmrich im Garten kértben
  2003 August, bei Emmrich im Garten kértben
  2003 August, bei Emmrich im Garten kértben
  2003 August, bei Emmrich im Garten kértben
Werner Sieling grillt Forelle - roston sült hal.
  2003 August, bei Emmrich im Garten kértben


2003 Zeitungsberichte - Újságcikk:

31.07.2003 Nordwest-Zeitung [881 KB]

12.08.2003 Nordwest-Zeitung [2.070 KB]

13.08.2003 Nordwest-Zeitung [1.729 KB]

16.08.2003 Nordwest-Zeitung [2.452 KB]

19.08.2003 Nordwest-Zeitung [1.914 KB]


  2003 August, bei Emmrich im Garten kértben
  2003 August, bei Emmrich im Garten kértben
  2003 August, bei Emmrich im Garten kértben
  2003 August, bei Emmrich im Garten kértben
  2003 August, bei Emmrich im Garten kértben
  2003 August, bei Emmrich im Garten kértben
  2003 August, bei Emmrich im Garten kértben
 

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