2004 Zeitungen Újságcikk

  2004 Juli, Zeitungsbericht - Újságcikk
  2004 Janina Blanke
  2004 Sanja Blanke
  2004 Karin Brundel
  2004 Sebastian Brundel
  2004 Ferdinand Emmrich
  2004 Talea Emmrich
  2004 Katrin Gramberg
  2004 Mareike Gramberg
  2004 Dominic Haeckel
  2004 Dora Haeckel
  2004 Jessica Haeckel
  2004 Heronika Hahn
  2004 Hedwig Lahmert
  2004 Arne Timpe
  2004 Malo Wiemer
  Kinder aus Bakonynána
  2004 Gruppe - csoport
  2004 Gruppe - csoport
 

02. 12. Juli 2004 Partnerschaftsbesuch in Bakonynána

 

 

Vom 02. bis 12. 07. 2004 waren 26 Jugendliche und 18 Erwachsene zu Besuch in Jades ungarischer Partnergemeinde Bakonynána. Die Jugendlichen waren Schüler der 5. und 6. Klassen der Grundschulen Schweiburg und Jaderberg bzw. der Orientierungsstufe Jaderberg. Die Teilnehmerorgansation (Auswahl Schüler / Familienangehörige) hatte Schulleiter Edwin Witt (Schweiburg)  vorgenommen.

 

Die Jugendlichen wurden durch erwachsene Familienangehörige begleitet. Weitere Reisebegleiter waren Barbara Dunkhase (Lehrerin), Karin Wessels (Kindergartenleiterin) und Talea Emmrich. Programmgestaltung und Reiseleitung oblagen Ferdinand Emmrich.

Bei einer Auswahl aus 10 Busunternehmen erhielt Bus-Evers, Jaderberg, den Zuschlag. Preis und Ortsansässigkeit spielten eine Rolle. Das Fahrzeug: BRA EK 22, die Fahrer: Peter und Sven.

 

 

 

02.07.2004 Freitag

 

Ab 18.00 Uhr Abschied von zu Hause, Vorfreude auf die Reise und ihre Erlebnisse lassen die möglichen Strapazen einer non-stop-Nachtfahrt gering erscheinen. Die ruhige Hin-Nachtfahrt im Bus war für die meisten ein erstmaliges Erlebnis. Begleitet wurde die Fahrt durch Deutschland und Österreich von teils heftigen Regenfällen. Das kontinenrtale Klima in Ungarn bescherte aber der Reisegruppe - bis auf einen Gewittertag - sommerliches Wetter um 28 Grad. Die Fahrt durch die schöne und unbekannte Landschaft war eindrucksvoll.

 

Da es zuvor in Ungarn in acht zurückliegenden Wochen mehr geregnet hatte als in den letzten drei Jahren zuvor, mussten einige Programmpunkte flexibel geändert werden.

 

 

 

03.07.2004 Sonnabend

 

Der Empfang in Bakonynánas Kulturhaus war herzlich und lebendig. Als Gastgeschenk wurde, passend zur Fußballeuropameisterschaft, ein Kickerspiel für die Jugendlichen überbracht. Man verlebte den Sonnabend bei den Gastgeberfamilien, lernte die Familien und ihre Lebensweise kennen.

 

 

 

04.07.2004 Sonntag

 

Sportlich ging es zu beim bunten Spielprogramm auf dem Sportplatz. Die Fußballmannschaften wurden angefeuert, als ginge es um Pokale. Mancher Seltenkicker wird sich mit Muskelkater angefreundet haben müssen. Die Kinder malten sehr schöne Glasbilder. Bei strahlendem Wetter ließ es sich unter dem Sonnenschirm mit kühlen Getränken bestens aushalten. Die ungarischen Familien bereiteten im Freien die klassische Goulaschsuppe auf Lagerfeuern vor. Eis und Gebäck rundeten die Idylle ab. Die Erkenntnis: die Ungarn sind leichter bereit, über die Familie hinaus, in Gruppen etwas zu organisieren und gemeinsam durchzuführen.

 

Nachmittags fuhren wir in den Nachbarort Tés, dem höchstgelegenen bewohnten Ort im Bakonygebirge.

 

Eine Gruppe mutiger Jugendlicher erkundete unter fachkundiger Führung von Forsthoffer István eine Höhle, die anderen wanderten mit den Erwachsenen zur herrlichen Aussicht, wo das sanfthügelige Waldland weit zu überblicken ist. Für die meisten Wanderer war an diesem heißen Tag das kühle Getränk in der Straßengastwirtschaft Lebenselixier.

Nach dem gemeinsamen Abendessen in "Korona Mulato" genossen wir den lauen Sommerabend in den jeweiligen Gastgeberfamilien.

 

 

 

05.07.2004 Montag

 

Gegen 09.00 Uhr hieß es: auf zum Plattensee, zum lebhaften Ort Balatonfüred. Wir bummelten an der Strandpromenade, bis die Abfahrtszeit der Fähre zur Halbinsel Tihany gekommen war.

 

Eine halbstündige Mini-Kreuzfahrt, herrliches Wetter, Panoramablick auf die Sehenswürdigkeiten, Aussteigen und mit dem Bus paar km weiter zum Badestrand. Den Tag am Plattensee haben wir genossen: faulenzen, baden, von-Sonne-verwöhnen-lassen oder Baumschatten suchen, Eis essen,  auf der Decke liegen ... es war herrlich.

 

Die Zeit bis 18.00 Uhr verging viel zu schnell. Der Bus brachte uns in 45 Minuten nach Hause,  nach Bakonynána zurück. Rasch frisch machen, dann gab es gemeinsames Abendessen im "Korona Mulato". Man, hatten wir Hunger und Durst! 

 

 

06.07.2004 Dienstag

 

Wir fuhren um 10.00 Uhr nach Zirc, besichtigten die teilrenovierte Klosterkirche, die berühmte Zisterzienser-Bibliothek in ihren wertvollen holzgeschnitzten Räumen, mit ihren unzähligen Bänden, wertvollen Folianten, Handschriften ... Es schloss sich die Besichtigung des Naturkundemuseums an, wo wir heimische Flora und Fauna der Region zu sehen bekamen.

 

Zurück nach Bakonynána, gemeinsames Mittagessen in der Eck-Gastwirtschaft. Leider habe ich nicht aufgeschrieben, was wir jeweils zu essen bekamen. Meistens gab es Nudel- / Hühnersuppe vorweg. Abwechselnd gab es Nudelauflauf, Reis mit Hähnchen, Gulaschsuppe, ein Fleischgericht, Palatschinken in Variationen, Putenbrust usw. und zum Nachtisch, Obst, Eis, Pudding. Wir sind bestens satt geworden und das Meiste hat allen gut geschmeckt. Genauso meistens war allerdings das Essen kalt gewollt oder ungewollt jedenfalls wurde es voraussichtlich von außerhalb angeliefert. Nun wir waren Gäste und zum Kennenlernen des Landes gehört auch der Speiseplan...

 

Den Nachmittag verlebten wir unter fachkundiger Führung des Schulleiters Forsthoffer Iztván und einigen seiner Lehrer und Lehrerinnen in der 8-klassigen Grundschule (mit ihren je maximal 20 Schülern). Die Erwachsenen fühlten sich durch die Optik der Klassenräume in ihre Jugend zurückversetzt. Spielen und Blumen basteln aus Maisblättern, Saft oder Kaffee trinken und viel Kuchen essen, Klönen und Gedankenaustausch standen auf dem Programm. Auf dem Schulhof standen noch die Pfützen der vergangenen Regen- und Gewitternacht, beschirmt vom großen Nußbaum. Unser Birnbaum im Schulgarten (2002 gepflanzt) ist größer geworden.

 

Wegen der Nässe, wurde der Zeltaufbau und die Nacht im Walde abgesagt. Wir verlebten einen schönen Abend im Kreis der Familien unserer Gastgeber, lernten deren Lebensgewohnheiten, Sorgen und Freuden  ein wenig kennen. Ich glaube, dieser Gedankenaustausch mit Händen und Füßen, mit Wörterbuch und Gestik hat nicht nur Spaß gemacht, sondern ist ein wesentlicher Träger der Partnerschaft. Wie lebt man im anderen Land, wie sind die Arbeits- und Freizeitbedingungen, wie die Ausbildung, das Leben in der Familie ...

 

 

 

07.07.2004 Mittwoch

 

Unser Bus fährt uns zur restaurierten Burgruine Csesznek. Superfotogen ist der Blick vom Parkplatz auf die Burg. Vom Fahnenmast im Burggelände weht die ungarische Nationalflagge. Eine Schrifttafel erläutert Höhepunkte und Zerfall der Burg, berichtet von Adelsfamilien und Kriegen. Vielwegige Rundgänge, randgesäumt von Disteln und Klatschmohn, locken zur Entdeckung des Areals. Von überall hat man herrliche Aussichten ins sommerliche Land.

 

Am Nachmittag geht es ca 40 km weiter nach Pápa, in das ganz neue Freizeitbad. Teils als Hallen- / Wellenbad überdacht, teils mit mehreren Schwimmbecken und weitläufigen Liegewiesen draußen. Eine moderne, tolle Anlage. Die Wassertemperaturen dank Thermalquellen zwischen 24 und 36 Grad. Da braucht man, auch im Wasser dringend ein Leckeis. Überschrift: Kurzweilige Stunden beim Badespaß. Gegen 18.00 Uhr führen wir wieder nach Bakonynána. Nach dem gemeinsamen Abendessen im "Korona Mulato" (kaltes Buffet, hmmm!) stand Freizeit auf dem Programm. Das Leben in den Familien unserer ungarischen Gastgeber konnten wir miterleben.

 

 

 

08.07.2004 Donnerstag

 

Nach dem wie immer üppigen Frühstück traf die Gruppe und ihre Begleiter sich gegen 09.30 Uhr zum Ortsbummel. Kropf Miklós, der Bürgermeister und Gemeindedirektor Áttila empfingen uns im Rathaus, erläuterten uns Räume und Funktionen. Wir besuchten den Kindergarten in seinen hübschen Räumen, verweilten am Spielplatz mit seinen stabilen Holzgeräten, ließen uns die Fotos, Kleidung, Gerätschaften, Möbel im Heimatmuseum erläutern und fanden Augenblicke der Muße in der St.-Anna-Pfarrkirche. Abschließend besichtigten wir den Bauernhof von Forsthoffer Iztván's Eltern.

 

Nach dem Mittagessen im Sólyom Gasthaus wanderten wir den herrlichen, aber nicht ganz ungefährlichen Weg durch Wiesen und Buchenwald zum Römerbad, dem kleinen Wasserfall in der Felsenschlucht. Kinderwagen aber ohne Kind und Rucksack fielen ins Wasser, Iztván rettete. Der wildromantische Wasserfall hatte es allen angetan. Wenig weiter ist der von früheren Berichten her bekannte Waldplatz, wo für uns schon traditionell Gulaschsuppe in großen Hänge-Kesseln über dem Holzkohlenfeuer vorbereitet wurde. Unmengen Kaltgetränke kühlten im Bach. Mit Gemeinschaftsspielen und Gelände durchstreifen verbrachten wir abenteuerliche Stunden. Zur scharfen Suppe vertilgten wir Berge des leckeren Weißbrotes, das die Ungarn zu jeder Mahlzeit als Beigabe servieren.

 

Satt und ein wenig fußmüde vom mehrkilometrigen Rückweg kehrten wir nach Bakonynána zurück. Sich nicht nur frisch machen, sondern kräftig duschen war erforderlich. Wer wollte, konnte Abends mit dem Bus nach Veszprém zum Einkaufszentrum Tesco fahren, das 365 Tage im Jahr Tag und Nacht geöffnet hat. Gekauft wurden überwiegend die beiden S:  Souvenirs und Süßigkeiten ...

 

Wären wir nicht nach der Rückkehr müde gewesen, die laue Abendluft hätte zum Spaziergang gelockt ...

 

 

 

09.07.2004 Freitag

 

Richtung Plattensee ging es über Veszprém nach Városlöd, wo die Jugendlichen auf einem ehemaligen Gut eine Glasschleiferei kennenlernten und mitgebrachte kleine Getränkeflaschen fantasiereich gravieren durften. Die Erwachsenen besichtigten im nahe gelegenen Herend die Musterwerkstätten und Ausstellungen der Porzellan-Weltmarke. Wenn auch für unseren Geldbeutel das kunstvolle Porzellan als sehr teuer und weitgehend unerschwinglich zu sein scheint, freut man sie doch am Anblick, an den Beschreibungen und an den historischen Geschichten rund um das Weiße Gold.

 

Im Film sahen wir die Firmengeschichte im Zeitraffer, in den Werkstätten bewunderten wir die Handarbeit des Formens, Ausstechens und Bemalens von kunstvollen Einzelstücken. Abschließend tranken wir im wunderschönen Café mit seinem edlen Geschirr Königin Viktoria Kaffee, Tee oder Kakao nach Wahl.

 

Wir holten die Jugendlichen ab, aßen in Alsóörs in einem Gartenrestaurant am Balaton zu Mittag. Wer wollte, konnte bis 17.00 Uhr im Balaton baden, kam anschließend zur Gruppe, die gleich nach dem Mittagessen durch  Tihany bummelte, dem Kleinod auf der gleichnamigen Halbinsel. Würde man den Balaton als Schmuckschale aus der Vogelperspektive sehen, wäre Tihany der unvergleichlich schönste Edelstein.

 

Souvenirs ohne Ende auf der Buden-Meile, schattige Straßecafés, die Klosterkirche, Weinlokale, der herrliche Bergblick runter zum Plattensee unvergessliche Eindrücke von diesem wunderschönen Fleckchen Erde, das Dichter und Maler seit je her inspirierte.

 

 

 

10.07.2004 Samstag

 

Höhepunkt war hier die Tiefe und die Faszination der Höhle von Tapolca. Die Stadt mit ihren ca. 30.000 Einwohnern, ca 50 km südwestlich von Veszprém, Auf einem kleinen Spaziergang atmete man die Stadt, deren Ersteindruck auf mich malerisch, idyllisch, lebhaft ist. Das über viele km verzweigte Höhlensystem mit seinem kristallklaren Wasser mit Trinkqualität, ist nur zu einem Bruchteil erforscht.

 

Mit kleinen metallischen Booten bewegt man sich durch die schmalniedrigen ausgewaschenen Naturpfade, kann auf einem halbstündigen Rundkurs Millionen Jahre altes Gestein bewundern. Mit Stechpaddel und von Hand bringt man das Boot lautlos weiter und erliegt der Faszination dieses Kapitels im geologischen Weltbuch. Von 9 Grad Dauertemperatur in der Unterwelt zurück in 32 Grad Außentemperatur da müssen Eis und Getränke her. Im benachbarten Restaurant gibt es ein mittagliches Schnitzelgericht. Ausgeruht lernen wir den Ort auf dem vorbeschriebenen kleinen Rundgang kennen, machen viele Fotos.

 

Der Bus bringt uns weiter nach Sümeg. Höhepunkt hier ist die von weitem sichtbare, sehr gut erhaltene Burg auf dem Berge. Am Fuße des Burgberges gibt es Pferde, mittelalterliche Zelte und Geräte zu besichtigen, mittelalterliche Burgfestspiele bieten Kurzweil für die Besucher. Einen kleinen Geschmack davon bekommen wir nach dem steilen Treppenweg oben auf der Burg. In farbkräftigen Kostümen werden uns mittelalterliche Tänze dargeboten, der ungarische Begleittext kommt in deutscher Sprache als Echo zurück. Tiere, Waffengeklirr, Bogenschützen bieten den Gästen auf der gutbesetzten Besuchertribüne einen Eindruck mittelalterlichen Burglebens. Die anschließende Besichtigung von Türmen, Folter- und Waffenkammer verstärkt den Eindruck. Wieder unten, löschen wir unseren Durst in der modernen Burgschänke, bevor es zurück nach Bakonynána geht.

 

Nach dem Abendessen steigert sich die freundschaftlich ausgelassene Stimmung beim Abschiedsabend .

 

Offizielle Grußworte, ein reichhaltiger Imbiss, eine Weinprobe, viele Kleingespräche in Gruppen, ungarische Musik, Kinder- und Tanzgruppe ... später lockt Musik und Stimmung zum Tanz ... für jeden ist etwas dabei.

 

 

 

11.07.2004 Sonntag         

 

Frühstück, Kirchgang, man trifft sich und hält Sonntagsschwätzchen. Bei den Gastgebern gibt es zum Abschied ein Mittags-Festmahl (wir hatten Hirschbraten in geheimnisvoll-pikanter Sauce und entsprechenden Beilagen). Ab 14.00 Uhr heißt es Abschied nehmen von alten und neuen Freunden in Bakonynána. Der Reiseproviant ist unbeschreiblich üppig, hält 2 Tage. Autohupen, Winken, viszontlátásra auf Wiedersehen ihr lieben Menschen in Bakonynána. Danke für die herrliche Woche!

 

Hajni und Péter aus der ungarischen Familie Reichardt fahren privat mit nach Jade. In Wien verlassen uns einige Mitreisende, die in Österreich ihren Urlaub fortsetzen, noch sehen wir etwas von der österreichischen Landschaft mit den fernen Alpengipfeln, bevor die Nacht uns mit leichtem Schlaf zudeckt. Was sind schon 1.350 km? ...

 

Die beiden Fahrer bringen uns relativ schnell und vor allem gut wieder nach Hause.

 

 

Ferdinand Emmrich.