2006 in Bakonynána, Bibliothek
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Chronik des Besuchsprogrammes in Bakonynána

 

28. September bis 05. Oktober 2006

 

Es war die erste Flugreise in der Partnerschaft zwischen Jade und Bakonynána. Wir buchten sie über Reisebüro Schmidt in Spohle. So schnell die Flugreise auch geht, sie hat Nachteile:

Wir mussten schon im Januar buchen, um einen möglichst günstigen Preis zu bekommen. Doch es hatten sich erst wenige konkret angemeldet. Andererseits war die Maschine schnell ausgebucht und ein Nachmelden wäre wesentlich teurer gewesen. Anneliese Hochleitner (Jaderberg) musste wegen ärztlicher Behandlung aufgrund eines Hundebisses absagen. Ihre Anmeldung mussten leider auch Ursel und Hans Decker wegen eines familiären Trauerfalles absagen. So verblieb eine kleine Reisegruppe von nur 10 Personen.

 

 

 

28.09.2006, Donnerstag

 

Ein Bus von Reisebüro Schmidt, Spohle, brachte uns rechtzeitig zum Flughafen Hannover-Langenhagen. Das Einchecken des Gepäcks, das Durchleuchten der Personen ging problemlos. 10.30 Uhr Flug Nr. 8080 ab Hannover nach Budapest (an 12.00 Uhr).

 

Nach dem Auschecken empfing uns Nagy Kati mit großem Hallo. Unsere ungarischen Freunde hatten für uns einen kleinen Reisebus für die Besuchszeit bestellt, Kosten 600,00 €.

 

In Budapest waren in den Vorauswochen kleine politische Krawalle in der Innenstadt. Daher machten wir die Stadtrundfahrt nur in den Außenbereichen, sahen aber auch die teilweise beschädigten Häuser, deren Fotos durch die Weltpresse gegangen waren. Die berühmte Kettenbrücke war gesperrt. Wir mussten einen Stundenumweg im dichten Stadtverkehr überwinden, um weiter zu kommen. 

 

Am späten Nachmittag wurde in Bakonynána's Kulturhaus unsere kleine Gruppe sehr herzlich von Bürgermeister Kropf Miklós, Simonné Erzsébet, Nagy Kati und den Gastgeberfamilien begrüßt und willkommen geheißen. Wir verbrachten den Rest des Tages bei den Gastgeberfamilien und wurden dort herzlich aufgenommen und erst einmal kräftig bewirtet.

 

 

 

29.09.2006, Freitag

 

Nach dem Frühstück machten wir eine große Besichtigungsfahrt. Über Zirc fuhren wir mit dem Bus Richtung Györ. Etwa 20 km davor liegt das schon weit vorher zu sehende 1.000-jährige Benediktinerkloster Pannonhalma auf dem 153 m hohen Martinsberg in Westtransdanubien. das Kloster gehört seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Dort befindet sich eines der angesehensten Internate für Jungen in Ungarn. Durch die Klöster in Melk (Österreich) und Pannonhalma (Ungarn) waren die Benediktiner der die gesamte Region beherrschende Orden. Im Inneren beherbergt das Kloster, das auch als Wiege des Christentums in Ungarn bezeichnet wird, eine wissenschaftliche Bibliothek, eine Klosterbibliothek und eine museale Schaubibliothek. Das Kloster war über viele Jahrhunderte  die Veständigungsbrücke zum orthodoxen Christentum. Die Geschichte der Abtei füllt Bände.

 

Wir waren beeindruckt von der Größe und dem gepflegten Zustand des Gesamtarreals. Pannonhalma war eine herausragende Stätte abendländisch-christlicher Geschichte.

 

Am frühen Nachmittag kehrten wir nach Bakonynána zurück.

Auf dem Programm stand für heute aber noch ein weiterer Ausflug: die Burg Várpalota in der gleichnamigen, etwa 30 km entfernten Stadt, auf halbem Wege zwischen Veszprém und Székesfehérvár gelegen. Die Fahrt wurde mit privaten PKW s organisiert. Voraus fuhr der Bully der Gemeinde, es folgten einige Privatwagen. Darunter Elisabeth's "Wartburg", in dem neben ihr Ehepaar Emmrich und Ehepaar Jordan saßen. Der Wagen schnaufte den Berg hinauf, dann puff, puff das Bezinkabel war gerissen. Wir hatten keine Reparaturmöglichkeit bei uns. Wir standen in der Einsamkeit. Aber per Handy kam nach einer halben Stunde ein anderes Auto. Für Elisabeth war es ein Grund mehr, vom alten Wartburg über kurz oder lang Abschied zu nehmen. 

 

Die bereits teilrenovierte Újlaky-Burg aus dem 14. Jhdt steht sehr stark mit den Kämpfen der Ungarn gegen die Türken im Zusammenhang. Die Anlage ist heute Wahrzeichen der Stadt, die als Perle in Mitteltransdanubien bezeichnet wird. Die Burg birgt interessante museale Ausstellungen im Inneren. Imposant ist der äußere Wehrgang rund um den oberen Burgteil mit Panoramablick auf die ganze Stadt. Später kehrten wir gegenüber in ein Straßencafe ein, bevor es zurück nach Hause, nach Bakonynána ging.

 

 

 

30.09.2006, Samstag

 

Wir fahren früh um 06.30 Uhr im Bus der ungarischen Freunde mit nach Wien. Bakonynána bietet seinen Bürgern jährlich eine größere Ausflugsmöglichkeit an, diesesmal war die österreichische Hauptstadt auserkoren. Es war ein herrliches Erlebnis. Wir besichtigten Schloss Schönbrunn, wo jeder Kopfhörer bekam und die beeindruckenden k&k-Feudalräume individuell in seiner Landessprache erklärt bekam. Auch der große Garten-Park mit dem Figuren-Brunnen und der Gloriette waren beeindruckend.

 

Eine Stadtrundfahrt (Oper, Votivkirche, Karlskirche usw.) und ein individueller Freizeitbummel durch die Innenstadt von Wien schlossen sich an. Natürlich musste man durch die Einkaufsmeile "Graben" bis zum Stephansdom schlendern, andererseits die Hofburg besichtigen; die sich dort anschließenden Parks mit den sie begrenzenden vielen schlossähnlichen Bürgerhäusern sehen, eine kleinere politische Demonstration fotografieren und in eines der weltberühmten Wiener Cafés einkehren. Gemeinschaftlich fuhren wir dann in einen anderen Stadtbezirk zu dem bunten Gebäudekomplex des Künstlers Hundertwasser. Ich verweise an dieser Stelle auf die vielen Fotos, die wir vom Wienbesuch gemacht haben.

 

Zurück in Ungarn aßen wir, kurz hinter Sopron, in einem gepflegten landestypischen Landgasthof zu Abend (Schnitzel, Pommes, Gulasch & Co) und waren auch hier Gäste der Gastgeber. Gegen Mitternacht hatte Bakonynána uns wieder.

 

 

 

01.10.2006, Sonntag (Wahlen in Ungarn)

 

Es war ein Tag zur freien Verfügung in der Gastgeberfamilie. Nach dem etwas späteren Frühstück besuchten wir den festlichen Gottesdienst in der katholischen St. Anna Kirche. Der Frauenchor sang von der Empore des vollbesetzten Gotteshauses, von dessen Kirchturm das große Glockengeläut die Menschen herbeigerufen hatte. Nachher stand man draußen in Gruppen, begrüsste sich, wurde vorgestellt, hielt Small-Talk. Anschließend war Mittagspause, weniger für die Hausfrauen. Denn es gab ein üppiges Sonntagsessen. Nach der kleinen Ruhepause trafen wir uns im Garten von Elisabeth zum Kaffeetrinken (Kaffee, Tee, Kuchen, Erfrischungsgetränke...). Am späteren Nachmittag war Grillen angesagt im Garten des Pensionshauses von Kerner Martá.  Simon Ferenc und andere hatten rechtzeitig ein Grillfeuer entfacht, viele der Frauen halfen bei der Vorbereitung der leckeren Gulaschsuppe, die dann über ein Dreibeingestänge im großen Topf über dem Feuer gerührt und abgeschmeckt wurde. Lecker.

 

Gegrillt wurde dann sogar Hirschfleisch. Es gab viele Salate, die die Frauen mitgebracht hatten, natürlich Weißbrot und zu Trinken, was das Herz begehrte. Dann kamen die Wahlergebnisse.

 

Es war ja Wahltag mit Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl. Unser gastgebender Bürgermeister Kropf Miklós gewann dann die Bürgermeisterwahl mit gut 70 % der Stimmen gegen seinen Wahlkontrahenten Forsthoffer István, den Schulleiter. Auch Simonné Erzsébet, Kerner Martá, Szöllösi Klára und andere gewannen ein Mandat für den Gemeinderat. Es gab Sekt und Glückwünsche, Beifall und Trubel bis gegen Mitternacht...

 

 

  

02.10.2006, Montag

 

Mit dem Bus fuhren wir morgens zur ca. 80 km entfernten Stadt Tapolca. Unbedingt wollten wir auf den unterirdischen Wasserhöhlen (Dauertemperatur 9 Grad), zu denen man über felsige Treppen und diverse Vor-Höhlen runterschreiten musste, mit den Booten fahren. Es war ein eindrucksvolles Erlebnis, für den einen oder anderen sicher nicht ganz angstlos, anschließend aber stolz, es geschafft zu haben. Ja, man muss mit dem Boot aufpassen, um nicht an die nahen Felswände zu stoßen. Ca 3 km eines auf über dreißig km geschätzten Wasserreiches unterhalb von Tapolca sind touristisch erschlossen. Das muss man einfach gesehen und erlebt haben.

 

Nach einem Bummel um den Teich im schönen Park von Tapolca fuhren wir weiter nach Kehidakustány, wenige km hinter dem Weltbad Héviz. In dem genau so weltklassigen neuen Thermalbad mit seinen vielen von 24 37 Grad unterschiedlich temperierten Bädern mit Sprudel, Whirpool und sportlichen Einrichtungen badeten wir. Etwas lange mussten wir anschließend auf das Essen warten, das nicht so ausfiel, wie von Kornélia extra für uns vorbestellt. Es begann zeitweise leichter Nieselregen, der uns aber nicht davon abhielt, im nahen Héviz anzuhalten, einen sich lohnenden Bummel durch den Kurort zu machen.

 

Der Bus brachte uns dann gegen 18.00 Uhr nach Bakonynána zurück.

Unsere Gastgeberin, Kropf Zita, fuhr mit uns (Talea und Ferdinand Emmrich) in ihren wenige Kilometer entfernt liegenden Heimatort Jásd. Wir besuchten dort die Kirche, sprachen mit dem Pastor, sahen Zita's Elternhaus. Zum Abschluss zeigte Zita uns die niedliche Natur-Waldkirche, nachdem sie mit ihrem Passatauto einen ziemlich schlammigen Weg meisterlich durchfahren hatte.

 

Den Abend verbrachten wir wieder im Kreise der gesamten Gastgeberfamilie, spielten mit den beiden Söhnen Miki und Tomi und unterhielten uns mit Zita und Miklós mit allen sprachlichen Hilfsmitteln bis spät in die Nacht.

 

 

 

03.10.2006 Dienstag

 

Ein besonderes Erlebnis wartete auf uns. Am späteren Vormittag fuhren wir etwa 40 km hin in das Weinbaugebiet rund um die Stadt Mór. Kropf Miklós kennt dort die Weinbauern und so konnten wir einen richtigen Weinberg erklimmen und besichtigen. Wir sahen eine große Gruppe Frauen, die mit Gartenscheren die vollen Trauben von den Reben schnitten und in weidengeflochtenen Körben sammelten. Während wenige Männer die Körbe dann zum nahem LKW brachten. Der Weinbauer erklärte uns die hier angebauten drei verschiedenen Rebsorten und deren Geschmachsrichtungen. Wir durften selber Trauben schneiden und Beeren kosten. In der Hitze des Tages ist die Arbeit der Weinbauern Schwerarbeit. Uns hat die kleine Verweilzeit aber auch Schweiß gekostet und trotzdem Spaß gemacht. Dann hatten wir es leichter. denn nach zwei Stunden im Weinberg fuhren wir zur Erholungs-Verköstigung in die Weinbergschule und in einen Weinkeller mit herrlichen Gewölben und einer gediegenen Einrichtung. Wir sahen die luftfeuchtkühlen schwarzgeharzten Lagergewölbe mit ihren riesigen Fässern. An urigen Holztischreihen, bei Kerzenschein sitzend, konnte man die Tageshelle draußen vergessen und genoss die kredenzten Proben. Wer probierte und kaufte, bekam zusätzlich eine Flasche geschenkt.

 

So hatten wir die nötige Grundversorgung für einen Bunten Abend im Kulturhaus in Bakonynána. Die Frauen hatten allerlei Kuchen gebacken, leckere Häppchen auf dem Salatbüffet garniert, Obst und Pudding bereitgestellt. Getränke gab es nach Wahl (Wein, Bier, Wasser, Cola usw.). Es wurde erzählt. Als die Musik aufspielte, wurde tüchtig getanzt.

 

Ferdinand brachte eine bestaunte Einlage mit Zauberkunststücken. Dann ging es weiter mit Musik und Gesang alter deutscher Volkslieder, von den ungarischen Frauen in ungarndeutscher Sprache vorgetragen. Die Stunden verflogen, wir feierten miteinander in ausgelassener Fröhlichkeit.

 

 

 

04.10.2006 Mittwoch

 

Für den heutigen Vormittag war eine Besichtigung der etwa 45 km entfernten Innenstadt der Komitatshauptstadt Veszprém, nahe dem Balaton, vorgesehen. Wir machten mit dem Bus eine Stadtrundfahrt und bummelten dann in Eigenregie zwei Stunden durch die Geschäftsstraßen.

 

Den Nachmittag verbrachten wir auf der schönen Halbinsel Tihany am Balaton. In einem sehr guten Csardas-Restaurant, das Kati vorbestellt hatte, aßen wir zu Mittag. Jeder konnte sich aus einer Karte sein Menü auswählen. Anschließend gab es noch Eisessen, Kaffeetrinken, Bummeln auf dem Rundweg, Verschnaufsminuten in der Kirche, Besichtigung der unterhalb der Kirche liegenden Ausstellungsgewölbe mit moderner Kunst, Schlendern durch den Ort, durch die Buden-Einkaufsgassen, Souvenirs kaufen. Der Nachmittag verging viel zu schnell.

 

Abends saßen wir in Bakonynána bei den aufmerksam zuhörenden Gastgebern und erzählten von den Erlebnissen des Tages.

 

 

  

05.10.2006 Donnerstag, Tag der Rückfahrt

 

Der Kleinbus brachte uns vormittags nach Budapest. Nagy Kati führte uns durch die Stadt. Wir bummelten an der Donau entlang, vorbei an großen Hotelfassaden, fuhren eine Stunde mit dem Touristenschiff auf der Donau, Sekt trinkend und Walzermusik hörend. Meine Frau meinte zu Recht, ich hätte mit ihr auf Oberdeck tanzen können. Mir war es aber zu windig dort ...

 

Unterhalb der Fischerbastei, gegenüber dem riesigen und doch filigran wirkenden Parlament, gab es in einem urigen Szenelokal einen Abschiedstrunk. Die lebhafte Innenstadt mit ihren großzügigen Geschäften zeigte Weltstadtflair, Kaufhäuser und Cafés wurden von uns aufgesucht , bevor wir in einem innenstadtnahen Restaurant (das wir bei Budapest-besuchen immer aufsuchen) herrlich zu Mittag aßen. Üppige Platten mit Gemüse, Fleisch und Reis, lecker, kaum zu schaffen. Am Flughafen-2 trugen wir Kati unsere Grußberge für Bakonynána auf und mussten uns von ihr verabschieden. Vielleicht wäre sie auch gerne mitgeflogen. Nochmals vielen Dank, liebe Kati, für Dein Engagement, danke liebe Freunde in Bakonynána für die schönen Tage bei Euch!

 

Wieder hieß es einchecken. Der Rückflug von Budapest (17.10 Uhr)  nach Hannover (18.50 Uhr) war reich an Luftlöchern und wir kreisten drei Ehrenrunden über Hannover, bevor wir in der nieseligen Abendkühle landeten und auschecken konnten. Der Busfahrer des Reisebüros war rechtzeitig da, so daß wir gegen 23.00 Uhr wieder zu Hause waren.

 

Ferdinand Emmrich.