01.-07.08 2007 in Jade Jadeben
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Besuch 01.-06. August 2007 aus Bakonynána in Jade    

 

Die Besuchszeit in den Sommerferien ist für die Ungarn die beste Zeit. In dieser Zeit der Schulferien der Kinder haben die Eltern meistens auch Urlaub, arbeiten in Haus und Garten. Aber eine Woche mal raus können aus um die 40 Grad Hitze ist auch sehr schön.  Und so ergab es sich, dass eine Gruppe von 42 Personen aus Bakonynána Jetzt nach Jade kommen konnte. Wir hätten sie auch gerne länger hier gehabt, aber eine größere Hochzeit stand in Bakonynána an, zu der unsere Gäste wieder zu Hause sein wollten.

 

Stönten wir in Norddeutschland über den vielen Regen, so hätten die Ungarn, wo es seit vielen Wochen nicht geregnet hatte und durchweg sehr heiß war, sich über Regen gefreut. Von daher konnte das Wetter hier in Jade nur gut sein und unsere Stimmung keinesfalls trüben.

 

Danke an Petrus, der exakt vom 1. bis 6. August über dem Nordwesten Niedersachsens in angenehmer Weise die Sonne so scheinen ließ, dass wir alle unsere geplanten Aktivitäten machen konnten.

 

Die organisatorische Vorbereitung lief reibungslos. Der gute ganzjährige Telefon- und e-mail-Kontakt zwischen Ferdinand Emmrich auf Jader Seite und  Elisabeth Simonné Erzsébet auf ungarischer Seite und mehrere Organisationsgespräche in Jade vort Ort zwischen Edwin Witt, Werner Peters, Andreas Pöpken und Ferdinand Emmrich waren die Basis. Dazu kommt aber in besonderem Maße die gute und stützende Bereitschaft vieler Jader Familien, die Partnerschaft aktiv zu leben. Auch neue Familien waren dabei. Auf ungarischer Seite gab es bis zuletzt auch kleinere Verschiebungen, da zwei Frauen  eine neue Arbeitsstelle gefunden hatten und kurzfristig keinen Urlaub bekommen konnten. Desweiteren konnte auch Elisabeth (Simonné Erzsébet) aus gesundheitlichen Gründen und weil die Familie in den Tagen ein neues Enkelkind erwartete, nicht dabei sein. Ebenso nicht die Deutschlehrerin Nagy Kati, die sonst immer als eine der tragenden Säulen dabei war.

Die Teilnehmer- und Gastgeberliste gibt darüber Aufschluss. Die Gruppenleitung hatte Szöllösi Klára,  Reichardt Péter war der prima Dolmetscher.

 

Danke sagen wir der Nordwestzeitung, die mit großen, teils Bild-Berichten vom 1.  3., 4., 6. und 8. August 2007 den Partnerschaftsbesuch zeitnah und ausführlich begleiteten. Unser Antrag an die EU auf  finanzielle Förderung wurde zwischenzeitlich abgelehnt. Dennoch konnten wir das Programm dank eines Überschusses von 500 EUR aus den Vorjahren mitfinanzieren. Die wesentlichen finanziellen Beiträge leisteten die Gastgeberfamilien. Der Gemeinde Jade gilt aber unser Dank für den Empfang, die Bewirtung und die kostenfreie Gestellung des Gemeindemobils.

 

 

01.08.2007 Mittwoch

 

Mit Fahnenschwenken und viel Gehupe wurden der ungarische Bus von der Autobahnabfahrt Jaderberg zum Evangelischen Gemeindezentrum Jaderberg begleitet. Dort spendierte die Kirchengemeinde Kaltgetränke und Gebäck, was Jordans für eine große Runde vorbereitet hatten. Die Gastgeberfamilien waren auch alle da. So war der Gemeindesaal richtig voll. Die Gäste wurden offiziell von Bürgermeister Henning Kaars begrüßt, seitens des Vorbereitungskreises von Ferdinand Emmrich. Es war ein fröhlicher Empfang, eine freudige Begrüßung, ein herzliches "Hello, jó napot kivánok!"

 

Nach 18-stündiger 1.350 km-Fahrt waren die Gäster froh, angekommen zu sein. Die Verteilung auf die Gastgeberfamilien war vororganisiert und klappte bestens. So konnten alle anschließend zu Hause den ersten gemeinsamen Abend verbringen.

 

 

 

02.08.2007 Donnerstag

 

Nach dem Ausschlafen und einem guten Frühstück trafen sich Gäste und Gastgeber zum offiziellen Empfang im Jader Rathaus. Nach den kleinen Plauderrunden draußen, begrüßte der Bürgermeister mit einer netten Ansprache die Anwesenden, betonte die gute Partnerschaft und überreichte einen Bild- und DVD-Band über den Nordwesten Niedersachsens an die Gäste. Szöllösi Klára und Reichardt Péter bedankten sich namen der Gäste und überbrachten herzliche Grüße der Gemeinde Bakonynána, symbolisiert durch eine hübsche Blumenvase.

 

Anschließend wurde geplaudert, fotografiert, gelacht. Danke an die Gemeinde für den Empfang und die großartige gastfreundliche Bewirtung.  Im Flur des Rathauses gab es noch eine Überraschung zu enthüllen:

In drei großen Rahmen, die Frau Pöpken besorgt hatte, hatte Familie Wessels in toller künstlerischer Weise die von Ferdinand Emmrich bereitgestellten Auswahl Fotos vergangener gegenseitiger Besuche arrangiert. Danke für die toll gemachte Fotowand, die nun jeder im Rathaus als äußeres Zeichen unserer Partnerschaft besichtigen kann.

 

Nach dem Mittagessen bei den Gastgebern traf man sich um 15.00 Uhr bei Günther Culik, dem "Baumkaiser" in Jade-Mentzhausen. Günther Culik ist Freund der Bäume und der Kinder. Er zeigte und erklärte uns im Außengelände seine holzbildhauerischen vielfältigen Exponate und berichtete über nette Begebenheiten bei seiner teils therapeutischen Arbeit mit Jugendlichen. Im Hause zeigte er weitere Ausstellungsstücke, Fotos, Zeitungsberichte seiner Arbeit. Alles war total interessant. Es gab Kaffee, Tee und Gebäck, sogar Eis für die Jugendlichen. Das ungarische Bakonygebirge ist das zweitgrößte zusammenhängende Waldgebiet Ungarns, in so weit kennen sich unsere Gäste mit Holz gut aus. Sie waren von dem, was sie hier sahen und hörten, begeistert. Wer sich für Arbeiten mit Holz interessiert, dem können wir Günther Culik nur bestens empfehlen und bedanken uns bei ihm für den schönen Nachmittag. Der Rest des Tages stand zur freien Verfügung untr dem Motto Kennenlernen der Lebensgewohnheiten in deutschen Familien. Leichte Regenschauer konnten nichts trüben.

 

 

 

03.08.2007 Freitag

 

Heute wurde das Wetter zu unserer Freude wieder sehr sonnig. Der ungarische Bus wurde mit deutschen Gastgebern so weit wie möglich aufgefüllt. 07.30 Uhr ging es los. Voraus fuhr das Gemeindemobil, Ziel: Norddeich-Mole. Mit der Fähre fuhren wir ab  10.30 Uhr eine knappe Stunde nach Norderney. Alle saßen an Oberdeck und genossen die sonnenbeschienene Seereise.  Der Anblick der vor uns liegenden Insel war viele Fotos wert, ebenso die zahlreichen Seehunde auf der Ebbe-Sandbank im Wattenmeer. Wegen der jederzeitigen Anfahrtsmöglichkeit, dem relativ langen Inselaufenthalt hatten wir Norderney ausgewählt. Der Gruppenpreis wurde ( 10 € Erw. / 5 € Jugendl.) pro ungarischer Person von den ungarischen Freunden mitfinanziert, ein Drittel kam aus unserer Gemeinschaftkasse, während die Deutschen den Fahrtpreis selber trugen.  Nur auf diese Weise und mit mitgenommenem Picknick-Proviant konnten wir einen solchen Ausflug überhaupt finanzieren.

 

Der Inselaufenthalt war herrlich, viel zu kurz, aber lange genug für leichte Sonnenbrände. Talea Emmrich führte die Gruppe entlang der Wasserkante am Weststrand bis hin zur Strandallee und zum Treffpunkt Kurhaus. Die Freizeit bis 16.00 Uhr verbrachte man individuell, überwiegend natürlich am belebten Strand. Die Ungarn, verwöhnt vom 30-Grad-warmen Balaton, waren aber mutig im Wasser und genossen die anbrandende Flut, das Rauschen des silberglitzernden Wassers, das Gekreisch der Möwen und das allgemeine Badeleben.Aber auch der Spaziergang durch die Stadt, mit Leckeis in der Hand, bleibt unvergesslich. Die Rückfahrt mit der Fähre war wieder ein kleines Seeerlebnis, der Bus brachte uns auf etwas anderem Wege gegen 19.00 Uhr nach Hause. Dort gab es Abendessen und sicher viel zu erzählen und sicher wurde auch neues Seemannslatein erfunden.

 

 

  

04.08.2007 Samstag

 

Pünktlich um 09.00 Uhr fuhr das Duett Gemeindemobil und ungarischer Bus mit uns nach Wilhelmshaven.

 

Entlang der maritimen Meile mit den sanft schaukelnden Privatyachten und dem tollen Blick auf den Innenhafen, begrenzt von der Kaiser-Wilhelm-Brücke, dem Südstrand und dem Jadebusen fuhren wir zum Helgoland-Parkplatz und bummelten zum Mainemuseum. Hier waren wir angemeldet und wurden freundlich begrüßt. Bis 12.30 Uhr hatten wir Zeit, die Foto- und Dokumentenausstellung im Museum und vor allem die Originalschiffe im Außengelände zu besichtigen als fassbare Beispiel maritimer Vergangenheit. Vom Starfighter-Flugzeug über das U-boot, das Minenjagdboot bis zur 190 Meter langen Lenkwaffenfregatte Mölders war viel Anschauungsmaterial der jüngeren Marinegeschichte zu sehen.

 

Gegenüber, im Restaurant des Wattenmeerhauses gab es zum Mittag Gemüseeintopf mit Nachschlag und Nachtisch. Marinemuseum und Mittagessen finanzierten wir für die ungarischen Freunde aus der Gemeinschaftskasse.  Ihr Taschengeld konnten die ungarischen Freunde dann beim Innenstadtbummel durch die Marktstraße Wilhelmshavens loswerden. Und so manches Souvenir wurde zur Erinnerung erworben.

 

Kurz nach 16.00 Uhr waren wir wieder in Jade, hatten Zeit zur Erfrischung und zum kurzen Ausruhen, denn ab 18.00 begann der bunte Abend, der Abend der Begegnung .

 

Die Evangelische Kirchengemeinde Jade hatte das große Zelt mit Tischen und Stühlen, den Grill, die Räumlichkeiten usw. zur Verfügung gestellt, wofür wir uns sehr herzlich bedanken. Die Versorgung selbst mit Grillage und Getränken hatte - ebenfalls arbeitskostenfrei - die Dorfgemeinschaft Jade organisiert und übernahm damit einen wesentlichen Anteil am Gelingen des Abends. Großes Lob und herzlicher Dank an die Dorfgemeinschaft Jade. Gerd Boguhn übernahm dankenswerterweise den Bonverkauf und erlöste rund 640 €, von denen der Überschuss nach Abzug der Kosten der Gemeinschaftskasse zufliessen konnte. Kleine Ansprachen von Ferdinand Emmrich und dem Bürgermeister Henning Kaars eröffneten den offiziellen Teil. Prominente Persönlichkeiten waren anwesend. Unter ihnen Heinz-Jürgen Ahlers und Gattin (Westerstede); ihm verdanken wir die Entstehung der Partnerschaft. Anwesend war auch Uwe Schuster (Rastede), dem wir die ersten "Gehversuche" in der ungarischen Sprache verdanken. Die Gastgeberfamilien hatten weitere Gäste mitgebracht, die kirchliche Gemeinde als auch die politische Gemeinde waren erfreulich sehr gut präsent. Das zentrale Programm klappte hervorragend, nämlich die erhofften vielen, vielen kleinen Gespräche unter dem Zeltdach, an den Stehtischen oder gar auf den neuen Bänken nahe der Jade, also die Begegnung der Menschen aus Jade und Bakonynána. Sport- und Spielgeräte führten die Kinder rasch zusammen.  Zauberer Dieter Stöver, die Dudelsack- bzw. Instrumentengruppe von Falk Paulat und Familie Harms, Astrid Schwob mit kleinen Gruppentänzen und Gisela Wackerfuß mit Akkordeonmusik umrahmten diesen Abend, der besser nicht hätte laufen können.  Die ungarischen Freunde würzten den Abend mit einem kleinen Quiz über ihre Heimat. Bei richtigen Antworten bekamen wir Bonbons und die Bonbonmeisterthascher erhileten sogar eine CD mit Aufnahmen des Bakonynána Frauenchores.  In großen und kleinen lockeren Runden wurde erzählt, unter Zuhilfenahme von Händen, Füßen, Wörterbuch, Englisch oder Gebärden ... Erst spät kam man zur Ruhe ...

 

 

 

05.08.2007 Sonntag

 

Für 10.00 Uhr hatte Pastor Bernd Passarge zum ökumenischen Gottesdienst in die Trinitatiskirche Jade eingeladen. Er hatte den Gottesdienst ganz auf die ungarische Gruppe ausgerichtet, die anschließend ein ungarisches Kirchenlied zum Lobe Gottes sang. Es war eine sehr schöne Stunde, um innerlich danke zu sagen.

 

Draussen, im längst aufgeräumten Zelt mit den hochgerollten, offenen Seitenwänden traf man sich, um bei Tee und Gebäck zu plaudern. Wer den Gang hin zur wunderschönen Jadelandschaft machte, war begeistert. So schön habe ich das auch noch nie gesehen, dort von der Brücke aus: saftige Weiden, üppiges Ufergebüsch, schaukelnde, vertäute alte Holzboote, den Kirchturm unter dem stahlblauen Himmel ... Es war ein Moment der friedlichen Betrachtung, ein Moment, seine Gedanken im Fließtempo des Flüsschens enteilen zu lassen.

 

Mittagessen gab es wieder bei den Gastgebern. Was es  gab, müssen wir erfragen. Wie überhaupt die schönen Stunden in den Gastgeberfamilien hier gar nicht dokumentiert werden können. Aber vielleicht schreibt der eine oder andere etwas auf und stellt etwas zur Verfügung oder weiß davon noch nach Jahren lebendig zu erzählen ...  

 

Im Programm hieß es dann, wer möchte, komme um 15.00 Uhr zum Tier- und Freizeitpark Jaderberg, um gemeinsam den vergünstigten Eintritt zu nutzen. Einige waren schon viel früher da. Es hat sich aber auch gelohnt, den Tier- und Freizeitpark in seiner Vielfalt zu besuchen. An der frischen Luft spazieren zu gehen, die Tierwelt zu erleben oder nicht-enden-wollend die Wildwasserbahn, die Achterbahn oder die Rutschbahn  hinunter zu sausen. Wäre nicht 18.00 Uhr Schließzeit, würden wir noch im Dunkeln mit der Westernbahn durch die Savannenlandschaft rollen...

 

Andere haben teils in Gemeinschaft der Gastgeberfamilien mit ihren Gästen zu Hause  bei Kaffee und Kuchen den Nachmittag im Garten verbracht. Der Abend war wieder zur freien Verfügung, was von allen  gewünscht war und gerne angenommen wurde, um eigenes kleines Programm mit den Gästen zu gestalten. So z.B. der nette Abend auf dem Grundstück von Oeltjen-Harms.      

 

 

06.08.2007 Montag

 

Freizeit in den Familien, spazieren gehen, einkaufen, ausruhen, essen und trinken  ....So will man einige in Bad Zwischenahn, Odenburg, Rastede oder in der Wesermarsch gesehen haben...

 

Gegen 20.00 Uhr hieß es Abschied nehmen. Alle beteiligten Familien trafen sich am Gemeindezentrum in Jaderberg. Tränen, Freundschaftsküsschen ... In den Ansprachen von beiden Seiten klang weniger die Wehmut, dass die schöne gemeinsame Zeit so rasch vorbei sei durch, sondern mehr der Dank für die schöne gemeinsame Zeit und die Gewissheit der Freude, dass der Abschied der Anfang zur nächsten Begegnung ist.

 

Im Gemeindemobil begleiteten wir fahnenschwingend den Bus bis zur Abfahrt Hahn-Lehmden, wir hatten für die Weiterfahrt nach Bakonynána die Zahnbürsten vergessen und kehrten erfüllt von all dem Erlebten nach Hause und in den Alltag zurück.

 

Mögen die Ereignisse dieses Besuches die beteiligten Menschen in Freundschaft näher zusammenführen.

Für mich war es einer der schönsten Besuche dieser Partnerschaft. Und  ich freue mich auf die nächste Begegnung. Ich glaube, Du denkst genau so.

 

Ferdinand Emmrich.