In 2012:

Für die Zeit vom 18. bis 26. Oktober 2012 wurde eine Besuchsreise per Zug von Jade nach Bakonynána durchgeführt.

Bericht in der Nordwest-Zeitung vom 14. April 2012 [596 KB]

Bericht in der Nordwest-Zeitung vom 03. Nov. 2012 [766 KB]

03.11.2012 Bericht in der Nordwest-Zeitung über den Besuch der Jader 25-köpfigen Gruppe vom 18. bis 26. Oktober 2012 in Bakonynána. Vergrößerung durch Klick auf das Bild oder Sie schauen sich die hierüber stehende PDF-Datei an.

 
 

Tagebuch der Ungarnreise 2012
(Herbstreise vom 17.10. 26.10.12)

 

Mittwoch, 17.10.12 - Abfahrtstag
19.00 Uhr: alle sind am Hauptbahnhof Oldenburg angekommen. Kurzer Abschied. Es geht zum Bahnsteig. Der Zug steht schon da. Wir steigen ein.
Fahrt bis Hannover. Unterwegs kurzer  Halt wegen eines Suizidgefährdeten auf den Gleisen. In Hannover haben wir eine Stunde Aufenthalt. Doch der Zug kommt sehr spät. Schnell steigen wir ein und belegen während der Fahrt 4 reservierte Abteile à 6 Personen. Wolfgang fährt im 5. Abteil. Die Sitze lassen sich prima zusammen schieben und Schlafposition wird eingenommen: Kopfkissen, Decke Die meisten haben beides mitgebracht. Doch so schnell schläft keiner. Bis halb drei  stehen immer wieder einige auf und laufen herum / zum Klo.

 

Donnerstag, 18.10.12 Ankunft, Quartiere und Entspannen  
Pünktlich kommen wir in Wien an (8.52 Uhr). Ausstieg auf dem Kopfbahnhof. Wir gehen alle in die Halle: Kaffee, Klönen. Nach einer Stunde - Weiterfahrt nach Györ. Unsere Plätze sind teilweise belegt, werden aber freigemacht. Auf dem Weg nach Ungarn kommt die Sonne durch und kurz nach 11 Uhr sind wir in Györ. Elisabeth u.a. erwarten uns am Bahnsteig. Erstes herzliches Begrüßen. Dann bringt uns ein etwas älterer Bus nach Zirc. Dort sind wir in der Mensa der Antal-Reguly-Berufsschule angemeldet. Grüne Bohnensuppe oder Schweinegulasch gibt s zur Auswahl.
Anschließend fahren wir zum Kulturhaus in Bakonynána. Einige Gastgeber warten auf uns. Elisabeth übernimmt die Verteilung. Gast und Gastgeber fahren gemeinsam die Straße zurück, alle 300 m hält der Bus und lässt die Leute raus.
(Ich werde von Zita Kropf schon an der Straße begrüßt. Sie zeigt mir mein Zimmer mit WC/Dusche. Nach kurzem Gespräch verschwinde ich zum Schlafen. Um 17.00 Uhr kriege ich eine Hausführung. Zita besitzt einen eigenen Schönheitssalon mit Sonnenbank und Sauna. Die frühere Gaststätte im Haus ist geschlossen. Dafür wurde die Möglichkeit für eine Gruppenübernachtungen (bis 25 Pers.) neu geschaffen: Schlafsaal mit Klappliegen, Toiletten mit Duschen, Speiseraum und Küche.
Dann kommt Andras Wenzel, Onkel von Miklós. Er erzählt und fragt.  Zum Abendessen gibt es ein Kartoffel-Wurst-Käse-Gratin. Danach kommt noch Andreas Pöpken mit Tjark. Bei Wein, Schnaps und Getränken endet der 1. Abend gegen 21.00 Uhr. Wir müssen ein bisschen Schlaf nachholen. )

 

Freitag, 19.10.12 Mini-Ungarn und Festung
Um 9.00 Uhr  beginnt das Tagesprogramm. Zunächst geht s auf den Schulhof Pause Kinder umringen uns. Alles ist ihnen zunächst ein bisschen peinlich. Aber dann antworten sie auf die Fragen. Ein Mädchen, Caroline, kann hervorragend deutsch.
Für Kati Nagy ist eine neue Deutschlehrerin da, Dora. Sehr sympatisch. Dann geht s rauf in den Schulgarten.  Der Birnbaum mickert vor sich hin. Anschließend Heimatmuseum, Gemeindehaus. Wir schauen in beide Kindergartengruppen. In der 2. Gruppe singen die Kinder deutsche Lieder. Bruder Jakob, Meine Hände sind verschwunden , ein Tanzspiel mit den Gästen. Alle sind begeistert.
Dann fahren wir nach Zirc. Elisabeth und ich gehen zur Bank. Geldumtausch. Für 725€ erhalten wir 195000 Forint. 1€ entspricht 270 HUF. Mittag wieder in der Mensa der Berufsschule.
Nach dem Essen fahren wir nach Kisbér. Ein kleiner Gartenpark mit ungarischen Sehenswürdigkeiten. Überall beschriftet: ung., engl., frz., dt. Für die Jugend ein bisschen langweilig. Dann geht s weiter nach Komárom. Hier lernen wir eine Festung Monostor an der Donau kennen. Von der Größe beeindruckt (70 Hektar). Überall Karten zur Orientierung.  Dann Weg durch Stallungen, Kasernen, Latrinen, Offiziersräumen durch Tunnel und Kasematten.

  Festung Monostor an der Donau (Foto: Internet)
 

Die letzten 500m der Führung  ist wie eine Nachtwanderung, staubig, dunkel  und schmutzig.  Ein langer, schwarzer Weg.  Am Ende des Tunnels sind alle erleichtert. Kurzer Blick zur Donau.
Um 18.45 Uhr sind wir in der Stadt Mor zum Abendessen. Es gibt Fisch (Wels) oder Grillteller mit Pommes. Alle zufrieden. Rückkehr um 20.45 Uhr. Ein voller Tag.

 

Samstag, 20.10.12 Schokolade und Schwimmen
Um 8.30 Uhr fahren wir mit 3 Bussen (Schulbus und 2 Kleinbusse) los. In der Handballhalle von Veszprém findet eine Schokoladenmesse statt. Allein die Halle ist beeindruckend. Hier hat vor ein paar Tagen der THW Kiel seine erste Niederlage nach über einem Jahr einstecken müssen. Im Spielfeldraum haben die Aussteller aufgebaut: Pralinen, Bonbons, Schokokaskaden, Schokogyros, -würste, -tafeln, -gebäck, -spritzen. Daneben ein Aktionsprogramm für Kleine: Clown, Puppenspieler. Auch ein interessanter Spielplatz ist aufgebaut mit Indoorspielzeug (Karussell, Riesenbauklötze, u.a.)
10.45 Uhr Weiterfahrt nach Pápa. Im Vorraum des Erlebnisbads verspeisen wir unsere Lunchpakete.  Ab halb eins ist Schwimmzeit und wir sollen um halb fünf wieder draußen sein. Eine lange Zeit. Die meisten sind stundenlang im Wasser.  Die Wildwasserbahn ist das Spannendste. Manche Schwimmer gehen schon um 3 Uhr raus und machen noch einen Spaziergang durch die Stadt. Andere, die nicht schwimmen wollten, waren mit Peter Reichardt  im Schloss der Esterházys.
Um halb sechs sitzen alle im Bus und fahren zurück nach Dudár zum Essen. Gefüllte Hähnchenkeule mit Reis und Salat, 1 Getränk. Alle zufrieden und um halb acht sind wir wieder bei den Gastgebern.

 

Sonntag, 21.10.12 Tag mit den Gastgebern
Dieser Tag ist Tag der Gastgeber, kein gemeinschaftliches Programm. Ich habe mich auf einen Spaziergang durch das Dorf gemacht. Beim Kerner Haus treffe ich auf einen Pulk von Leuten. Gabriella Hegendüs kommt als Übersetzerin dazu. Um 10.00 Uhr holt ein kleiner Bus die Leute zu einem Waldspaziergang, zur Quelle und den Wasserfällen  des Gaja-Baches ab. Gerold und Inge fahren mit Josef im PKW zu einer Burg. Rolf und Ilse fahren mit Clara zur Kirche. Alles toll organisiert. Ich fotografiere Häuser, Gärten, Tiere, Menschen. Unten kommen mir dann die Leute aus dem Gottesdienst entgegen. Ich gehe allein weiter und komme schließlich zum Friedhof. Viele Grabplatten,  -steine teilweise mit Fotos. Mittendrin entdecke ich das Grab von Isztvan Czepek. Schwarze Platte und  -stein mit Foto. Ich bin erstaunt, dass er jünger war als ich. 2010 mit 60 Jahren verstorben. Er war ein besonderer Ungarndeutscher.
Zurückgekehrt steht das Essen auf dem Tisch. Kleine Relaxpause. Miklós kommt mit dem Laptop herbei. Er hat eine Tabelle geöffnet. Es ist die, in der Bakonynána spielt.  Und sie stehen vorne. 8 Spiele 8 Siege bisher 24 Punkte. Miklós ist der Trainer. Der Zweite der Tabelle hat 19 Pkt.  und Jászd, gegen die heute gespielt wird steht im Mittelfeld von 12 Mannschaften. Toll!!
Um 14.00 Uhr steigen wir in einen Landrover, von außen total verdreckt. Aber bald verstehe ich das. Wir nehmen den Weg durch den Wald, Schlammwege, Pfützen oder durch den Gajabach. So ist die Strecke nur 6 km lang, umzu 20 km. Wir haben noch kurz Zeit für einen Abstecher zu einer Marienquelle, 6m hohe Statue. Freilichttheater, Quellenhaus, Kreuzweg daneben, alles durch Spenden der Bevölkerung finanziert.
Am Fußballplatz sind die Mannschaften schon da. Blau Bakonynána, rot Jászd. Kurz nach Spielbeginn des Nachbarschaftsderbys gleich eine gute Chance für B nána.  Doch das 1 :  0 fällt nach 10 Min. für Jaszd. Das Spiel wogt hin und her.  Ziemlich ausgeglichen. Vor der Halbzeit dann der Ausgleich und nach dem Wechsel erzielen die Favoriten das Siegtor. 2 : 1 endet das Spiel, und B nána hat jetzt 9 Siege in 9 Spielen. Der Weg zum Aufstieg ist offen.
Der Rückweg wieder mit dem Landrover. Sobald wir die offizielle Straße verlassen geht Miki (16) ans Steuer und fährt uns über die Hügel, unbefestigte Wege, Treckerspuren auf Weiden.  Die letzten 400 m übernimmt seine Mutter wieder das Steuerrad. So lernt eine Junge in Ungarn schon vor der Prüfung fahren.
Um 18.00 Uhr sind alle pünktlich in Dudár im Restaurant Mónika . Großer Austausch über das, was die einzelnen Gruppen so erlebt haben.  Manche waren am Nachmittag in Zirc: Besichtigung des Klosters, der alte Bücherei  oder auf einer Burgruine.  Zu essen gibt es Rollos mit Käse-Fleisch-Füllung, Reis Kartoffeln und Gemüse.
Zum Schluss überraschen uns die Kinder/Jugendlichen mit Schattenfiguren auf dem Hof des Restaurants. Die Erwachsenen schauen begeistert  zu, was die sich so ausdenken.  Ich bin um 19.30 Uhr zuhause. Es duftet im Haus. Miklós bereitet den Gulasch-Eintopf für morgen (Sporttag) vor.

 

Montag, 22.10.12 Sporttag und Jubiläumsfest
Gegen 9.45 Uhr werde ich zum Sportplatz gebracht. Am Platz sind Partytische und bänke aufgebaut. Allmählich trudelt alles ein. Alte und Junge lassen sich zu lustigen Staffelwettbewerben einladen. Rest Zuschauer. Dann bereitet sich die Damenmannschaft auf ein Fußballspiel  vor. Gegen sie spielen deutsche Jugendliche und Männer mit ungarischer Verstärkung. Mit einem glücklich abgefälschten Ball  steht es schnell 1 : 0 für die Männer. Doch die Frauen kämpfen sich zurück.  2 : 1 für sie zur Pause.  Nach dem Wechsel  kommen die Männer auf  und schießen noch 4 Tore, obwohl  die Frauen durchaus Paroli bieten. Sie treffen nur das Tor nicht.  Am Ende sind alle kaputt und zufrieden.
Ein Würfelspiel mit großen Pappen wird auf dem Platz ausgelegt.  Fragen auf bestimmten Feldern gibt es auf Deutsch (aus dem Unterricht). Dann ist das Essen fertig: Langosz (aufgeblasene fettgebackene Pfannkuchen mit Zaziki und Streukäse). Aus dem großen Topf kommt die von Miklós hergestellte Gulaschsuppe.  Allen schmeckt s. Danach bleiben viele sitzen und klönen, spielen oder bedienen. Jeder wie er mag. Ich lerne die neue Deutschlehrerin Dora Agocs kennen. Sie ist seit September in der Schule, kommt täglich aus Veszprém, spricht sehr gut deutsch, weil sie auch 1 Jahr in Deutschland war.  Eine weitere neue Frau heißt Ursula, Sie ist Deutsche, kommt aus Franken und hat sich mit ihrem Mann einen Alterssitz in Bakonynána gekauft. Sie zeigt viel Interesse an der Partnerschaft und ist in den nächsten Tagen immer dabei.
Gegen 15.00 Uhr  wird alles zusammengepackt und es zurück in die Quartiere.  Um 17.00 Uhr Treffen beim Kulturhaus.
Partnerschaftsfest ist angesagt. Es beginnt mit dem Edelweiß-Chor , der jetzt 11 Jahre alt ist. Er wurde gegründet, damit den ersten deutschen Gästen etwas Kulturelles geboten werden konnte. Sie treten heute in neuen Trachten mit Schürzen auf.  Zunächst 3 ungarische Lieder.
Anschließend singt Caroline, ein 13-jähriges ungarisches Mädchen, solo zur Musik von CDs Donna, Donna , ein ungarisches Lied und Hallelujah .  Es gibt Riesenapplaus. Alle unsere Leute, besonders die Jugend finden das junge Mädchen sehr sympathisch.
Nun kommen ein paar Reden. Miklós Kropf erklärt auch den Tag, der morgen ungarischer Nationalfeiertag ist, mit dem Aufstand von 1956 in Ungarn. Damals wurde das Freiheitsbegehren von der sowjetischen Armee gewalttätig niedergeschlagen.  Elisabeth erzählt kurz von unserer Partnerschaft und ehrt aktive Mithelfer mit einem Regenschirm, der für Jade-Besuche nötig ist.
Andreas Pöpken übergibt einen CD-Player für die Schule, gibt Grüße weiter  und ich beschreibe kurz, wie sich in den 10 Jahren die Partnerschaft entwickelt hat und lade alle Ungarn zum nächsten Besuch in Jade 2013 ein.
Danach nimmt das Fest einen geselligen Verlauf. Essen von einem großen Büfett und Getränke én masse. Am Ende wird viel gesungen, mit Akkordeon begleitet. Wein- und  bierselig endet der Tag kurz nach 21.00 Uhr.  Kinder und Erwachsene gehen in ihre Quartiere.

 

Dienstag, 23.10.12 Nationalfeiertag
Heute kommen 2 Busse schon um 8.00 Uhr und es geht zum Bahnhof Zirc. 30 Personen fahren mit. Heute hat ganz Ungarn frei Nationalfeiertag. Viele Ungarn nutzen den Tag zu einem Ausflug. 8.47 Uhr Abfahrt. Kurz nach 9.00 Uhr Ankunft in Vinje, ein kleines verschlafenes Nest. Aber von da gehen Wanderwege ins Bakonygebirge. Der Weg führt an einem trockenen Bach entlang, links und rechts steil abfallende Felswände. Über eine Stunde sind wir unterwegs bis wir den Bachweg zurückgehen.  Kurze Pause am Ende in einem kleinen Restaurant, Kaffee, Foto, Entspannen.
Um 12.00 Uhr geht s zurück zum Bahnhof, zurück nach Zirc mit der Bahn. Von dort werden wir mit 2 Bussen nach Bakonybél gebracht, wo wir in eine kleine Bahn (Trecker) umsteigen.  5 km fahren wir einen Wanderweg die Berge hoch bis zum höchsten Punkt. Kurzes Anhalten, dann Weg zurück. Halt bei einem schmalen, steilen Weg, um die Höhe, Steilheit und Größe des Berges zu erleben.
Zum neuen, modernen Planetarium bringt uns die Kleinbahn.  Beeindruckend ist für alle der Film an der Kuppel  über den Sternhimmel und die Planeten.  Danach erhalten wir eine Führung  durch die Geschichte der Astronomie: Von Kopernikus, Gallileo bis zur Marssonde Curiosity . Eine spannende Ausstellung für alle. 

 

  Pannon-Planetarium und Sternwarte in Bakonybél - eröffnet im April 2012 (Foto: Internet).

 

Mittwoch, 24.10.12 Tag am Balaton
Heute Abfahrt 9.00 Uhr. Der Nebel ist immer noch dicht und hoch. Wir hoffen, dass die Sonne noch einmal durchkommt.
Der große Bus bringt uns zum INTERSPAR-Einkaufszentrum in Veszprém.  Ein Stunde Einkaufsbummel.  Dann erreichen wir Tihány, die Halbinsel, die in den Balaton (Plattensee) weit hineinragt. Jetzt, Ende Oktober, sind fast alle Stände und Buden abgebaut. Straßen und Wege sind aufgerissen und werden neu gepflastert.  Die Sonne lässt sich nicht sehen und der Blick auf den See ist bescheiden.

  Burg Szigliget (Foto: Internet).
 
 

Wir fahren weiter zur  Burg Szigliget. 300m Anstieg nach oben.  Hier werden die Lunchpakete gegessen.  Die Aussicht genossen .
Zum Schluss erleben wird  das Jagdmuseum Kezthely, das gerade für einen solchen tristen Tag das richtige ist. So steht es auch im Internet:

Wenn an einem Regentag den Kindern langweilig wird, dann wäre ein Besuch des Jagdmuseums in Keszthely angebracht. In der Ausstellung zu sehen ist etwa ein 1883 in Somogy erlegter Hirsch, außerdem kann man weitere Trophäen von über 220 Tierarten aus fünf Kontinenten bewundern. Für diese Präparate wurden Kulissen aus ihrer natürlichen Umgebung nachgebaut, und wirken demnach richtig echt. Da wird der Langeweile Paroli geboten, vor allem dann, wenn die Kids in den zweiten Stock des Museums gehen.

 

  Jagdmuseum Keszthely (Foto: Witt).
 

Denn dort wurde mit 500 Quadratmetern eine der größten Modelleisenbahnen Europas gebaut. Maßstabsgetreue Nachbildungen von Gebirgen, Bahnhöfen und Städten sind dort zu finden, und an die 60 Züge verkehren auf einem 2500 Meter langen Schienennetz. Dort werden auch Erwachsene zu Kindern und bestaunen mit großen Augen diese Modellanlage.

Am Ende haben wir noch Zeit für einen Stadtbummel, zum Andenken kaufen oder für Kaffee und Kuchen oder ein Eis in der Konditorei.
Gegen 17.30 Uhr fahren wir zurück und sind kurz vor sieben in Veszprém. Es gibt in einem schönen Restaurant Gulasch mit Nockerln und Krautsalat.  Erst um 20 Uhr fahren wir weiter und sind um 21 Uhr bei den Gastgebern.

 

Donnerstag, 25.10.12 - Letzter Tag in Ungarn
Heute ist für die Kinder Schultag. Sie nehmen am Unterricht der Klassen 8, 7 und 6 teil. Die meisten Erwachsenen fahren ins Nachbardorf Tés und besichtigen eine Schnapsbrennerei.
Der Unterricht in der Schule beginnt im Computerraum, sie sollen zusammen mit den ungarischen Schülern ein Bilderbuch zur Ungarnreise zusammenstellen, je Gruppe jeweils einen Tag. Dazu hatten die Ungarn über 1000 Fotos geladen, die die Begleiter gemacht hatten. Die Zeit war ein wenig zu kurz. Aber die Ungarn wollen es weiter bearbeiten.
Mit der 7. Klasse wurde im Chemieraum ein gemeinsames Spiel- und Aktionsprogramm durchgeführt und in der 6. Klasse machten alle beim Deutschunterricht mit.
Zwischendurch hatte ich die Gelegenheit mit den Direktor Gabor Benedek zu sprechen, der mir von tiefgreifenden Kreis- und Schulreformen berichtete, die für das kommende Jahr vorgesehen sind. Sie entsprechen den Reformen, die 1974 bei uns durchgeführt wurden und erhebliche Änderungen in vielen Bereichen mit sich brachten.
Mittags um 12 Uhr trödeln alle im Haus von Miklós Kropf ein. Es gibt Tomatensuppe, Hähnchenschenkel mit Reis.
Dann kehren alle zu ihren Gastgebern zurück, Koffer packen, Verpflegung für unterwegs mitnehmen. Um halb zwei fährt der große Bus die Dorfstraße hinunter und nimmt uns und die Gastgeber auf. Vor dem Rathaus werden noch Gruppenbilder gemacht.

 

  Gruppenfoto auf der Rathaustreppe in Bakonynána (Foto: Prém Balácz).
 

Dann geht s in den Bus zurück. Miklós und Elisabeth wünschen gute Reise.
Kurz nach drei sind wir in Györ. Bis halb sechs haben wir Zeit zum Stadtbummel und Kaffee trinken. Manche geben noch ihre letzten Forint aus. Im Bahnhof wird geklärt, dass wir den direkten Zug nach Linz kriegen können, darum bleiben wir noch eine halbe Stunde im Wartesaal. Elisabeth und ein paar Gastgeber verabschieden sich, und kurz darauf geht unsere Heimfahrt los. Linz wird pünktlich erreicht, und wir kriegen den Anschluss an den Nachtzug. Alle machen sich bereit zum Schlafen (Liegefläche, Kopfkissen und Decken).

 

Freitag, 26.10.12
Um 5 Uhr in Göttingen ist die Nacht vorbei. Alle sind eifrig beim Zusammenpacken. 6.20 Uhr sind wir in Hannover. Wir brauchen nur über den Bahnsteig wechseln, um in unseren letzten Zug nach Oldenburg einzusteigen. Pünktlich kommen wir hier an, und Väter, Mütter und Partner erwarten uns freudig. Hier endet die Ungarnreise mit dem Hinweis, dass wir uns noch einmal treffen, um das Erlebte auszutauschen.

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Eine ganze Woche voller Erlebnisse und neuer Erfahrungen liegen nun hinter uns. Die zusammengewürfelte Gruppe wurde ganz schnell zur Großfamilie, in der jeder mit jedem Kontakt aufnehmen konnte und voll akzeptiert wurde. Jung und alt saßen gemeinsam am Tisch, ohne dass sich Cliquen bildeten.
Darüber hinaus hatten wir ein einmaliges Glück mit dem Wetter. Kein Programmpunkt wurde verschoben. Bis Dienstag hatten wir nur Sonnenschein, danach schaffte es die Sonne nicht mehr den Nebel zu durchdringen.
Für alle war die Zeit eine unvergessliche Woche, die die Beziehungen verfestigten oder ganz viele neu entstehen ließ. Der häufigste Satz lautete: Beim nächsten Mal Die Gemeindepartnerschaft mit Bakonynána ist eine unerschöpfliche Quelle von Erlebnissen geworden.


Edwin Witt