Ausflug nach Hamburg

Heute begann unser Tagesprogramm bereits um 08.00 Uhr mit einer Fahrt nach Hamburg. Die ungarischen Busfahrer hatten einen arbeitsfreien Tag. So hatte Jürgen Penning einen anderen Bus organisiert und fuhr ihn auch.  Er brachte uns ganz prima hin und zurück und bekam verdienten Applaus.

25 Ungarn und 14 Deutsche saßen in dem bequemen Bus, mit dem sonst die Bundesligamannschaft der Damen vom VfL Oldenburg reist. Es ging durch den Wesertunnel, über Bremen und einer kleinen Rast an einem Autohof über die Brücken der Süder- und der Norderelbe direkt in Hamburgs City. Jürgen machte mit uns eine Stadtrundfahrt zu wichtigen Sehenswürdigkeiten, damit wir einen ersten Eindruck dieser 1,8 Mio-Einwohner-Stadt bekamen.

Hamburg ist die zweitgrößte Stadt Deutschlands und zugleich die größte Stadt Europas, die nicht zugleich Hauptstadt ist. Hamburg ist die Stadt mit den meisten Brücken auf der Welt (mehr als 1.200). Wir sahen imposante Gebäude und den 280 m hohen Fernsehturm, Gebäudekomplexe bekannter großer Firmen und Verlage, Sehenswürdigkeiten, die Ferdinand, der die Fahrt organisatorisch betreute, uns erläuterte. Und zur Freude aller fuhren wir über die bekannteste Straße Hamburgs, die Reeperbahn im Stadtteil St. Pauli. Hier sind auch die berühmte Polizeistation Davidwache und die Straße Große Freiheit , wo die Beatles ihre Weltkarriere starteten. Die Reeperbahn galt früher noch als das Rotlicht und Vergnügungsviertel . Bis heute hat sie sich fast gleichermaßen als Kulturadresse einen Namen gemacht. Denn nicht nur Bars, Diskotheken, Restaurants und Shows sind hier in großer Zahl vorhanden, sondern ebenso Theater und Bühnen mit anspruchsvoller Kunstdarbietung. Erinnert sei nur an die jahrelangen Erfolge der Musicals Cats und Phantom der Oper , oder Udo Jürgens Musical Ich war noch niemals in New York" im Operettenhaus.

Weithin sichtbar war für die Seeleute früherer Zeiten das Wahrzeichen und die Hauptkirche der Stadt Hamburg, die St. Michaelis-Kirche, genannt Michel . 132 m hoch ist der Turm mit der größten Kirchturmuhr Deutschlands.

Unsere Bus-Stadtrundfahrt endete an den Landungsbrücken . Die Landungsbrücken dienten ab 1839 als Anleger für die damals üblichen Dampfschiffe. Der Ort am Rande des Hafens und etwas außerhalb der damaligen Stadt wurde gewählt, da von diesen Schiffen ein großes Feuerrisiko ausging und zudem viel Platz für die zum Schiffsantrieb erforderliche Kohle gebraucht wurde. Heute sind die Landungsbrücken Ausgangspunkt  für einen Bummel an der Hafenmeile.  vorbei an den Hafen-Rundfahrtbarkassen, den Buden und Restaurants, den beiden prächtig anzusehenden Museumsschiffen Rickmer Rickmers (3-Mast-Bark) und dem Bananendampfer und Ostindienfahrer Cap San Diego . Gegenüber sieht man die Werft Blohm + Voss und das eigens für das Musical König der Löwen gebaute Theater . Und der Blick geht weiter bis zur Elbphilharmonie , einem der imposantesten und zugleich teuersten Haus Hamburgs, weiter zur 26 ha großen, im rötlichen Hamburger Klinker modern wieder aufgebaute  Speicherstadt , dem größten Lagerhauskomplex der Welt. Hier werden Kaffee, Tee, Kakao, Gewürze, Teppiche und vieles mehr gelagert, alles das, was täglich mit den Containerschiffen angeliefert wird, wie Möbel und Geräte aller Art. Es gibt chicke Designerwohnstudios und riesige Bürohauskomplexe. Es gibt Restaurants, Gewürzmuseum, Zollmuseum, Spielzeug-  und andere Museen, im Wunderland ist die größte Modelleisenbahn-anlage der Welt zu bewundern

Zur anderen Seite der Landungsbrücken befindet sich der 1911 erbaute 440 m lange Alte Elbtunnel mit zwei Röhren, damals ein technisches Meisterwerk der Baukunst. Er verbindet den Stadtteil St. Pauli mit der Werft- und Industrieinsel Steinwerder als schnellen Zugang für die Arbeiter des Hafens. Menschen und Fahrzeuge werden in Fahrstuhl körben 23 m tief transportiert und können auch heute noch auf diese Weise die Elbe unterqueren. Der Alte Elbtunnel steht heute unter Denkmalschutz.

Der Neue Elbtunnel hingegen ist einer der wichtigsten Autobahntunnel Deutschlands und einer der längsten Unterwasserstraßentunnels der Welt. Ca. 150.000 Fahrzeuge durchqueren ihn täglich, obwohl er 1975 auf nur 65000 Autos / Tag ausgelegt wurde. Daher gibt es dort trotz technischer Verbesserungen und einem bis 2002 erfolgten Ausbau auf vier Tunnelröhren häufig Verkehrsstaus. Dennoch ist dieser Tunnel ein wichtiger und schneller Straßenweg nach Schleswig-Holstein und Skandinavien.

Nach dem Alten Elbtunnel beginnt das Terrain des Fischmarktes . In den Auktionshallen ist frühmorgens buntes Treiben. Der Fischmarkt auf dem längst nicht mehr nur Fisch verkauft wird - ist mit seinen Marktschreiern ein Muntermacher,  besonders am frühen Sonntagmorgen.

Hamburgs Hafen ist der größte in Deutschland, der drittgrößte in Europa und einer der bedeutendsten Containerhäfen der Welt (mit rund 10 Mio elektronisch gesteuerten Containern pro Jahr.) Der Hafen ist 110 km von der Nordsee entfernt und gilt dennoch als Seehafen. Die Lage macht es schwierig, große Schiffe in den Hafen zu lotsen, die Elbe muss stets auf mindestens 13 m Wassertiefe ausgebaggert werden. Ein Teil der riesigen Hafenanlagen ist zollfreier Freihafen.  Über den Köhlbrand -Hafen spannt sich eine der schönsten und größten Brücken Deutschlands , die 3940 m lange Köhlbrandbrücke , mit bis zu 56 m über dem Wasser. So können alle Schiffe darunter fahren. Täglich fahren über 40.000 Fahrzeuge aller Art über die steile Brücke, die an sehr stürmischen oder strengen Wintertagen auch schon mal gesperrt werden muss.  Wir konnten die Brücke auf dem Rückweg nach Hause voller Spannung, aber gefahrlos, überqueren und einige Jugendliche riefen hinten im Bus bitte nochmal ...

Zunächst aber brachte uns der Bus nach der Stadtrundfahrt ins Zentrum. Wir stiegen am Jungfernstieg, dem schönen Bummel- und Einkaufsboulevard an der Binnenalster, aus und gingen ein kleines Stück bis zum Rathaus. Der Blick auf die Geschäftsfassaden, die Binnenalster, den Alsterfleet, den Arkadengang und insbesondere auf das Rathaus und den Vorplatz waren  sehr beeindruckend. Unser Bummel führte uns zum

Rathaus, gebaut 1887, aus Sandstein und Granit, 111 m lang, mit Turm 112 m hoch, vereint norddeutsche mit italienischer Renaissance-Baukunst.

Die Mönckebergstraße  entstand 1890 unter Bürgermeister Mönckeberg, als eines der bedeutendsten städtebaulichen Projekte seiner Zeit. 8000 Menschen mussten umgesiedelt werden, Hunderte winziger Fachwerkhäuser wurden abgerissen. Das abgewirtschaftete alte Gängeviertel, in dem Armut, Elend und Cholera zu Hause waren, sollte einem prachtvollen Boulevard weichen. Heute prägen Spitzenhotels und Kaufhäuser die Straße, auf deren breiten Bürgersteigen es sich angenehm bummeln und shoppen lässt. Oder man ruht sich in der St.-Petri-Kirche aus, schaut von deren Turm über die Stadt. Aus dem alten Kontorhaus Levantehaus entstand ein ungewöhnlich elegantes Shoppingparadies und eines der elegantesten Hotels der Spitzenklasse (Hyatt). Die Anzahl der weiteren Einkaufspassagen (Post-, Hanse-, Europa-, Bleichenhof-, Gänsemarktpassage usw.) ist unüberschaubar, in einigen waren wir drin, so auch im Alsterhaus am Jungerfernstieg und der Straße Collonaden mit eleganten Boutiquen und Designerläden. Die schmuckvollen Fassaden fast aller Häuser, erbaut von namhaften Architekten, stehen heute fast ausnahmslos unter Denkmalschutz. Die Alsterarkaden und die umliegenden Straßenzüge (Große Bleichen, Alter Wall, Neuer Wall, Großer Burstah und andere) sind die ältesten Einkaufsstraßen Hamburgs.

Binnenalster und Außenalster. Der wichtigste Fluss neben der Elbe ist für Hamburg die Alster. Der 53 km lange Fluss prägt mit seinen Kanälen (Fleeten) das Stadtbild seit vielen Jahrhunderten. Auf den Fleetschiffen wurden Waren vom Hafen  zur Speicherstadt und in die Kaufmannshäuser der Innenstadt gefahren. Daher sind in der Regel die Rückseiten der Häuser am Fleet gelegen, die Frontseiten zur Straße. Schmucke Cafés und Restaurantboote, die Alsterarkaden und die weitläufigen Treppen zwischen Rathaus und Jungfernstieg laden die Menschen aus aller Welt zum Verweilen ein.

Um das Jahr 1200 herum wurde der Alstersee künstlich aufgestaut damals hauptsächlich zum Antrieb von Mühlen. Seit Errichtung der Wallanlagen im 17. Jahrhundert, heute  zwei Eisenbahn- und Straßenbrücken (Lombardsbrücke und Kennedybrücke) wurde der See in Binnenalster und Außenalster geteilt. Die Außenalster ist heute ein Segel- und Ruderparadies. Der 7,5 km lange Rundweg  ist beliebtes Ziel aller Jogger und Freizeitsportler. Rund um die Binnenalster finden sich viele namhafte Unternehmen, so die Reederei Hapag-Lloyd, die Renommé-Hotels Vier Jahreszeiten und Kempinki s Atlantic . Im Hintergrund überragt der Fernsehturm mit seinem nahe gelegenen Park Planten und Blomen die Silhouette.

Wir bummelten in Gruppen und irgendwann, wenn man durstig oder fußmüde wurde, zog es uns in ein Straßenrestaurant, z.B. dem an Jungfernstieg und Binnenalster gelegenen Café Alterterassen . Hier und da wurde ein Mitbringsel eingekauft und sicher zieren demnächst Hamburger Souvenirs einige Stuben in Bakonynána.

Pünktlich um 16.30 Uhr waren alle am Treffpunkt Jungfernstieg, der Bus kam und wir rauschten über die vorgenannte Köhlbrandbrücke Richtung Wesermarsch. Wieder vorbei an Bremen und durch den Wesertunnel kamen wir vereinbbarungsgemäß superpünktlich um 19.30 Uhr im Gasthof 2Schweier Krug in Schwei also rund 10 Km vor Jade an. Hier aßen wir gemeinsam griechisch (Gyros, Souflaki, Pommes, Salat, Sauce ), einhellige Meinung lecker! Gegen 21.00 Uhr waren dann alle wieder bei ihren Gastgebern zu Hause.

Ferdinand Emmrich.