Neuenburg  -  Wilhelmshaven   Tag

Nach der Abholfahrt von Schweiburg über Jade und Jaderberg landen wir kurz vor 10 Uhr an der Rutteler Mühle. Draußen am Parkplatz steht eine Reihe von Mühlen, die die Entwicklung des Windmühlenbaus in den letzten Jahrhunderten zeigen. Zwei Holzmühlen stehen neben neueren Galerieholländern, die aus festen Klinkern bebaut werden. Alle zeigen, dass zunächst der Müller die Flügel in den Wind stellen musste. Die moderne Holländermühle besitzt dann wie die Rutteler eine Windrose, die die Flügel selbst in den Wind dreht.


Vor der Besichtigung des Inneren trennen wir uns von den Jugendlichen, die sich auf den Weg zum Baumkaiser machen.
Die Mühle betreten wir durch den großen Eingang, durch den früher Pferdewagen mit Getreide in die Mühle hineinfuhren und die Säcke mit einem Aufzug in die Höhe gezogen wurden. Doch gleich danach gehen wir in ein Nebengebäude, in dem  sich eine Sägerei befindet. Hier wurden dicke Stämme aus dem Wald in Balken und Bretter mit Windkraft zersägt. Anschließend geht s die Treppe hoch. Überall laute Geräusche. Heute mahlt die Motormühle, weil zu wenig Wind weht. Dann sehen wir uns die 2 Stockwerke der Mühle genauer an. Der Sackaufzug funktioniert auch mit Wind, genau wie zwei weitere Mühlsteine, die an das Holzzahnrad der Königs säule angekoppelt werden können. Beeindruckend ist, wie viele technische Möglichkeiten mit einfachen Holzahnrädern vor schon über hundert Jahren genutzt werden konnten. Nach vielen Rückfragen der Ungarn und Deutschen denken wir, dass nun die Jugendlichen die Führung machen könnten.


Da kommt Finn und sagt, dass die im Augenblick mit Brennstäben Holztafeln verzieren. Also machen sich die Erwachsenen auf den Weg zum Baumkaiser . Günther Culik hat sich in seinem neuen Bauernhausdomizil am Rand von Neuenburg schön eingerichtet. Mitten zwischenseinen Skulpturen sitzen an einem großen Tisch alle jungen Leute und sind eifrig am Arbeiten mit den Brennstäben. Es macht schon Spaß zuzugucken . und Günther kocht nebenbei Kaffee und stellt ein Erdbeereis her. Die dazu kommenden Frauen helfen spontan mit. Er ist immer noch der Alte mit Herz für Kinder und für seine Besucher.


Als ich merke, dass eine 2. Führung durch die Mühle nicht mehr nötig wird, hole ich den Bus zum Baumkaiser und von hier können wir kurz nach 12 Uhr zum Neuenburger Heimatverein abfahren.
Als wir dort sind, wartet Frau Osterthun schon. Dann nehmen wir Platz im Bauernhaus und erhalten eine leckere Gulaschsuppe. Danach sehen wir uns das Bauernhofensemble an und gehen noch gezielt in die Rauchkate, die einen Hof vor 200 Jahren mit seinem Inventar zeigt, ein hübsches Heimatmuseum.
Unser Weg führt danach nach Wilhelmshaven, wo wir den Störtebekerpark gezielt anfahren. Er ist entstanden durch Beschäftigungsmaßnahmen von Langzeitarbeitslosen. Bis heute wird das Konzept weitergeführt mit Park- und Gartenarbeit, Ausschank und Aktionsangeboten. Alle genießen erst mal eine kleine Pause, teils mit Kaffee und Kuchen.

Dann verabschieden sich die meisten Älteren zu einer Shoppingtour in Wilhelmhaven. Die anderen genießen die Spielangebote des Parks oder sie mischen mit bei Wortspielereien mit Peter und Dora. Die Zeit vergeht wie im Fluge und um 17.00 Uhr werden wir zur Rückreise abgeholt.

Edwin Witt

Störtebeker-Park Wilhelmshaven [223 KB]

 
 
 

Nachmittag in Wilhelmshaven

Auch, wenn es redaktionell nicht an dieser Stelle zu passen scheint, möchte ich hier etwas herausstellen: Die Fürsorge von Theres als Gruppenleiterin der Ungarn.  Ich fragte sie, ob sie mit in die Stadt zum Einkaufsbummel fahren möchte. Theres antwortete klipp und klar: Ich bleibe bei den Kindern. Das ist meine Aufgabe. Und so machte sie es, ob in Hamburg oder hier. Danke Theres!

Während die Jugendlichen im Störtebeker Park weiter auf Abenteuerpirsch gingen,  fuhren die Erwachsenen mit dem Bus ins Wilhelmshavener Stadtzentrum. Die Stadt hat rund 75.000 Einwohner, war früher bedeutende Marinestadt. Heute nennt sie sich die grüne Stadt am Meer . Die größte Neuerung ist der Jade-Weser-Port, den wir heute aber nicht besichtigten. Denn es war Einkaufsbummel und Eis essen angesagt. So parkten wir den Bus am Anfang der Marktstraße, nahe dem Marinearsenal, wo die Schiffe der Bundeswehr gewartet werden. Paar Schritte in die andere Richtung und wir waren am Beginn der Einkaufsmeile. Dort, wo früher Karstadt war, ist heute ein großer Elektromarkt.  Viele Geschäfte haben gewechselt, neue Fassaden wurden geschaffen.  Bunte Fahnenreihen überqueren die Straße, lebhaftes Treiben herrscht  in der Fußgängerzone, beobachtet von den in kleinen und großen Straßencafés und Eisdielen sitzenden Stadtbesuchern.

Jeder konnte dort laufen, wo er wollte. Meist in kleinen Gruppen schwirrten wir durch die Läden oder man traf sich und schwatzte drauflos, als habe man sich lange nicht gesehen. Zwischen Karstadt und dem großen Modekaufhaus Leffers und in der überdachten Nordseepassage herrschte lebhaftes Treiben und erfolgreiche Souvenir jagd .

Kurz vor 17.00 Uhr trafen alle wieder pünktlich beim Bus ein. Schnell noch eine Zigarette rauchen oder das Eis aufessen. Und wenige Minuten später stiegen diejenigen, die vor dem Tor des Störtebeker Parks warteten, zur Heimreise dazu. So waren wir bis spätestens 18.00 Uhr wieder in unseren Familien. Es war ein schöner Tag und noch genug Zeit für  das private Feierabendprogramm .

Ferdinand Emmrich.

Rutteler Mühle

Handwerken beim "Baumkaiser" Günther Culik

Heimatmuseum Neuenburg