Heute kommen unsere ungarischen Freunde an

In unserer Vorfreude waren wir mit den ungarischen Freunden gedanklich schon früh am Morgen zusammen. Nachdem ich mit der ungarischen Gruppenleiterin Theres im Bus mehrfach über Tag gehandiet hatte, sollte der Bus ca. 15.00 Uhr an der A27-Autobahnabfahrt Stotel sein, wo wir ihn fahnenschwingend in Empfang nehmen wollten. Das Fahneschwingen klappte bei dem windig-regnerischen Wetter bestens. Der Bus war aber schon weiter als die Positionsbeschreibung es glauben ließ. Im Wesertunnel muss es passiert sein, dass Bus und Abhol-PKW, in den beiden Röhren gegenseitig unsichtbar, aneinander vorbeifuhren. Das war aber kein schlechtes Omen. Sondern es war eine kleine Übung, gemeinsam mit einer unerwarteten Situation richtig umzugehen.

Die Handies lösten das Problem. Der Bus wartete ein paar Minuten, bis ich von der Autobahn 27 zurück durch den Tunnel war. Dann wurde tüchtig die Fahne geschwenkt und Kusshand in den Bus geworfen. Laut hupend kamen wir in Jaderaußendeich, Außendeicher Straße 15, am Haus von Walczyk, superpünktlich wie den Gastgebern mitgeteilt, um 15.30 Uhr an. Dort warteten die Gastgeber.

Großes Hallo. Umarmungen. Freudiges Lachen. Nach langer Fahrt und beinahe putzmunter Da sind wir! Isten Hozta! Herzlich Willkommen! Und das galt für bekannte wie neue Gesichter  bei Gästen wie Gastgebern.

Der Eigentümer Walczyk macht nach und nach aus dem Haus ein liebenswertes kleines Museum. Unter anderem mit der alten Einrichtung eines früheren Kaufmannsladens und vielen Einrichtungsgegenständen, Möbeln und Bildern, die heute museumsreif sind und staunend betrachtet werden konnten.

Oben im Haus ist ein  richtiger kleiner Theatersaal, geeignet für gut 40 Personen, wohin der Kulturverein gerne Kleinkunstbühnenkünstler einlädt und zur kulturellen Vielfalt in der Gemeinde beiträgt. In diesem Saal wurden die Gäste nochmal richtig offiziell  von Ferdinand und Edwin begrüßt. Wer keinen Sitzplatz hatte, stand in den Kulissen .  Edwin erläuterte das Programm der Woche und jeder bekam einen Fahrplan.   Gäste und Gastgeber, die sich bereits kannten, fanden automatisch zueinander. Die anderen fanden sich durch Namensnennung und Zuwinken. Dann ging es mit den Privatautos in die einzelnen Familien. Der Bus blieb bei Walczyk auf dem Parkplatz. Die beiden Fahrer, die unsere Gäste sicher hergebracht hatten, wohnten gleich um die Ecke bei Heronika Hahn, deren Gastfreundschaft für die Fahrer ein fester Bestandteil geworden ist.

Die gemeinsame Woche mit offiziellem Programm und einer Fülle an Vorschlägen für privates Programm, in der gegenüber Vorjahren deutlich ausgedehnten Freizeit, hatte endlich begonnen.

Ferdinand Emmrich.